Zlata Praha – das Goldene Prag

Ganz spontan fuhr ich mit meiner Lieblingstschechin Helena übers Wochenende nach Prag. Sie fungierte als Tourguide und Sprachführerin. Wie schön war es mich ganz auf die Stadt einzulassen und die verschiedenen Eindrücke auf mich wirken zu lassen.

Wir begannen unsere Stadttour wie alle Touristen in der Altstadt. Zuerst schauten wir uns das Prager Gemeindehaus (Obecní dům)  mit seinen wunderschönen Art déco IMG_4014 (2)Glasfenstern an. Das Glockenspiel Prager Rathausuhr (Pražský orloj) dauert zwar nur 25 Sekunden, darf aber nicht fehlen -das dachten sich auch Hunderte andere Touristen, die sich mit uns am Turm drängten. Über eine der vielen Brücken liefen wir auf die andere Seite der Moldau zur Prager Burg.

Die Bibliothek des Klosters Strahov ist eine echte Schatzkammer, aber leider auch überteuert. Ein Besuch in den heiligen Hallen mit unzähligen Büchern lohnt sich trotzdem. Der erste Raum erinnert an Hogwarts und halb erwartete ich, dass eins der Bücher herausfliegen würde. Hier hätte ich mich gerne zum Schmökern niedergelassen.

Ein Spaziergang über die Karlsbrücke ist IMG_4029auch Pflicht. Zwischen den Massen wird man über die Brücke geschoben, vorbei an zahlreichen Straßenkünstern, die mal mehr und mal weniger akurate Portraits von zahlenden Touristen anfertigen. Der Ausblick auf die Stadt, die sich an die Ufer drängt lohnt sich.

Im Viertel  Prag 7 besuchten wir Vnitroblock. In einer urigen Lagerhalle befindet sich ein Laden mit Klamotten von angesagten Designern und schönen Dingen, die das tägliche Leben schöner machen. Es gibt auch eine kleine Gallerie, die Werke von Marek Kolář zeigte, und dazwischen diverse Sitzgelegenheiten der Café / Bar. Oben findet sich ein Tanzstudio. Alles, was das Hipsterherz begehrt unter einem Dach. Hier erholten wir uns und blätterten in einem tchechischen Kinderbuch, das von einem Pinguin handelt, der nicht schwimmen konnte.
In der Nacht war es deutlich ruhiger im Stadtzentrum, aber es war doch noch recht viel los. Golden spiegelten sich die Lichter der Stadt im Wasser der Moldau und ich bekan eine Ahnung woher der Kosename der Tchechen für ihre Stadt seinen Ursprung hat.

Mein letztes Feinschmeckerabenteuer in Peru ist schon viel zu lange her. Bei der Suche nach einem passenden Restaurant für das Abendessen fand Helena ein echtes Goldstück. Wir gingen ins SaSaZu, das versteckt hinter einer Markthalle auf einem verlassenen Gelände mit urigen Lagerhallen liegt. Obwohl wir gerade IMG_4037 (2).JPGerst online reserviert hatten und eigentlich kein Tisch zu haben war, fand sich doch noch ein Plätzchen für uns. Das Restaurant ist zwar recht weitläufig, aber es wirkte dennoch sehr einladend mit gedämpftem warmem Licht und vielen Nischen. Die Küche bietet eine elegante Fusion der verschiedenen asiatischen Köstlichkeiten. Schon die Cocktailkarte weckte unsere Neugier. Der süße Teez Basil kam recht unschuldig mit Mango und Basilikum daher, die den Wodka versteckten. Der Gin Lavender war mit Thymian schon extravaganter. Aber beide waren umwerfend lecker.

Green papaya salad mochte ich schon immer. Diese Variante hatte eine deutliche Ingwernote, eine sehr unaufdringliche Schärfe und ein knuspriges Extra mit Cashews und Röstzwiebeln. Das war wohl mein bisher bester Green papaya salad! Das Red Thai Curry war unglaublich mild und cremig. Genau richtig und sehr lecker. Als Hauptgericht fiel die Tamarind Duck im Vergleich eher etwas dürftig aus. Denoch war die zarte Entenbrust mit Bandnudeln und Honig-Tamaridensauce dazu ein Gedicht.

Ein traumhaftes Abendessen!

Vielen Dank an Betty, die uns ihre Wohnung überlassen hat und an Helena, die mich mit dieser zauberhaften Stadt bekannt gemacht hat! Dĕkuji pĕknĕ!

Feuer und Eis in Island

Allmählich wird es zur Tradition. Diesmal flog ich mit Corinna ins faszinierende Island.

In 10 Tagen fuhren wir mit unserem roten Suzuki Jimny um die Insel. Die Hochsaison ist zwar vorbei, an den bekannten Sehenswürdigkeiten war uns aber immernoch etwas zu viel los. Wir mussten zwar nicht hetzen, doch ein paar Tage länger wären schön gewesen um auch mal länger an einem Ort bleiben zu können.

img_0882Wir wollten uns nicht festlegen und haben meistens am Vortag entschieden, wo wir schlafen wollen. Neben ein paar Hostels, kamen wir auch in bei Farmstays unter.

Nach dem ersten Schrecken, als bei der Autovermietung zunächst unsere Kreditkarten nicht funktionierten, wollten wir uns in der Blue Lagoon entspannen. Leider hätten wir reservieren müssen und wollten nicht 2 Stunden warten. Wir durften uns das Freiluftthermalbad trotzdem anschauen und waren nicht traurig, als wir die vielen Touristen sahen und es anfing zu regnen. (Später fanden wir im Norden eine traumhafte Alternative)

In Reykjavik stimmten wir uns auf den Urlaub ein und bummelten durch die Einkaufsstraße. Für den Fall, dass wir doch keine Nordlichter sehen sollten, besuchten wir die Austellung Aurora Reykjavik. Hier erfuhren wir wie das nächtliche Himmelsleuchten entsteht und vor allem wann und wo man es findet.

Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte 5 Minuten.

Wir fuhren entgegen dem Uhrzeigersinn Richtung Süden. Am ersten Tag klapperten wir den Golden Circle ab, der mit einem Querschnitt durch Islands Besonderheiten und leider auch den meisten Touristen aufwartet. Vom Nationalpark Þingvellir, über Geysir, den Vater aller Geysire, der mitlerweile in Rente gegangen ist. Zum Glück bricht alle paar Minuten ein anderer Geysir mit einer großen Fontäne aus. Zuletzt machten wir am tosenden Wasserfall Gullfoss halt.

img_0765Mein persönliches Highlight war die Gletscherlagune Jökulsárlón. Hier weicht die Gletscherzunge des Breiðamerkurjökull immer weiter zurück und bildet die stetig wachsende Lagune, in der die abgebrochenen Eisbrocken herumdümpeln, bevor sie ins Meer hinausschwimmen. Trotz dichter Wolkendecke, die die Sonne nicht einmal erahnen ließ, leuchtete das dicke Eis in einem magischen Blau. So unwirklich wie auf den Fotos war es auch anzusehen. Ab und an kracht und knackt es, ein Eisblock treibt gemächlich vorbei Richtung Meer, andere Eisbrocken liegen träge am Ufer wie ein gestrandeter Wal. Unglaublich!


Im Künstlerdorf Seyðisfjörður wäre ich gerne länger geblieben. Hier sahen wir den ersten Hauch von Nordlichtern! Sie zogen wie schmale Wolken über dem Fjord auf. Wie überall empfohlen, fuhren wir los, weg von den Lichtern der Siedlung… nur leider sahen wir dort nicht mehr als vorher, eher weniger. Wir verharrten in der stockfinsteren Nacht und starrten in den Himmel, aber es gab nichts zu entdecken.

In der Gegend um den See Mývatn besuchten wir die Geothermalfelder. Wie auch in Rotorua  in Neuseeland hing der eindrückliche Geruch von faulen Eiern in der Luft. Die Erde dampft, es stinkt, die Lavabrocken knirschen hohl unter den Füßen.

img_1078-2Hier gibt es auch die Alternative zur Blue Lagoon, das Myvatn Nature Bath. Wir kamen erst nach Sonnenuntergang und konnten den Anblick leider nicht bei Tageslicht bewundern. Es kostete einige Überwindung im Bikini rauszugehen, ein paar Meter bei 3°C kommen einem da schon schrecklich lang vor, aber das Wasser war traumhaft warm. Wir ließen uns treiben und beobachteten die Nordlichter. In der Nacht flimmerten vor unserer Unterkunft die Nordlichter in allen Farben.

 

 

Zurück nach Hause!

Pünktlich zum Frühlingsanfang bin ich wieder zu Hause in Berlin gelandet. Es ist schön wieder da zu sein!!!

Auch nach einigen Tagen fühlte ich mich in Berlin wie ein Tourist. Entgegenkommenden Fußgängern wollte ich stets nach links ausweichen und verwirrte so die Leute. Vieles ist mir vertraut und fühlt sich doch komisch an. Das ist wohl dieser umgekehrte Kulturschock. Daher habe ich  wieder meinen Rucksack gepackt und in den ersten Wochen Freude besucht.

Die vielen neuen Möglichkeiten, die sich mir nun bieten, schüchtern mich noch ein wenig und ich 20160327_154118schiebe sie noch etwas vor mir her.

Vielen lieben Dank an alle, die meine Berichte verfolgt und liebe Kommentare geschrieben haben!
Diese Reise war in vielerlei Hinsicht unglaublich und ich bin unendlich dankbar für all diese wunderbaren Erlebnisse und Begegnungen. Ich werde nach und nach die fehlendenden Beiträge ergänzen. Es gibt noch viel zu erzählen! Der Sprung aus dem Flugzeug, Schwimmen mit Delfinen, Picknick mit Emus und eine indische Hochzeit um nur einiges zu nennen…

Viel Schönes dabei!

-R.T. Erdogan*

*Falsch zugeordnetes Zitat wie aus dem Känguru-Manifest von Marc-Uwe Kling. Die Hörbücher mit dem kommunistischen Beuteltier haben mich immer begleitet und besonders auf langen Busfahrten unterhalten.

UPDATE: Himmlisch!

imageHallo ihr Lieben,
Nach 2 abwechslungsreichen Monaten in Neuseeland landete ich wieder in Sydney bei Olenka. Mit einer zweiten Marion fuhr ich mit einem gemieteten Auto an der Küste entlang Richtung Melbourne. Wir wanderten 4 Tage lang durch die Wildnis des Wilsons Promontory Nationalparks. In Melbourne verbrachte ich einige Tage mit Elise, die ich in Peru kennengelernt hatte. Sie zeigte mir die kulinarische Seite der Stadt.
Meine letzten Tage in Australien verbringe ich entlang der Great Ocean Road. Heute bin ich in Apollo Bay. Auf dem Marriner Lookout fühlte es sich zumindest für den Augenblick an als stünde ich auf dem Dach der Welt, mit Blick auf den Ozean Richtung Antarktis. Die Wellen rollten schäumend über den Strand. Ich saß im Gras und beobachtete die Schäfchenwolken, als ich ein paar Tropfen abbekam. Direkt über mir schwebte eine graue Wolke, gleichzeitig schien mir die Sonne ins Gesicht. Doch schon nach wenigen Minuten löste sich das Wölkchen in Wohlgefallen auf.

 

Wandern auf Wilsons Promontory

Wir hatten zwar schon von Anfang an geplant eine mehrtägige Wanderung auf Wilsons Promontory zu machen, aber bis zuletzt hatten wir keine genauen Informationen zu den Details.

Erst gegen Mittag erreichten wir Tidal River, den Hauptknotenpunkt im Nationalpark. Hier konnten wir endlich alle unsere Fragen klären und buchten unsere Campingplätze. Wir konnten zwar nicht die Route unserer ersten Wahl buchen, aber wassertechnisch stellte sich unser neuer Plan als sehr günstig heraus.

Noch am selben Tag ließen wir die vielen Wochenenausflügler hinter uns und liefen vom Telegraph Saddle aus Richtung Süden zu unserem ersten Camp Roaring Meg. Der Weg war noch nicht sehr spannend und wenig abwechslungsreich, aber in der Dämmerung begegneten uns ein paar Wallabies.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf zum Leuchturm. Es war bewölkt und diesig. Nachdem wir den steilen Weg erklommen hatten, enthüllte sich allmählich ein blauer Himmel und auch die Sonne ließ sich blicken. Der folgende DSC05282Wegabschnitt führte an der südöstlichen Küste entlang. Immer wieder boten sich Ausblicke auf den Leuchturm und felsige Buchten, die an den Abel Tasman in Neuseeland erinnern. Am späten Nachmittag liefen wir in der Little Waterloo Bay ein. Vom Zeltplatz aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Strand.

An der Küste entlang führte der Weg am Kersops Peak vorbei in die Refugee Cove. Leider war es nicht nur diesig und bewölkt, sondern es regnete auch ein wenig. Auch DSC05432dieses Camp liegt in einer schönen Bucht und wir machten eine lange Mittagspause. Der Weg zu unserem Schlafplatz in der Sealers Cove führte uns an tollen Aussichten vorbei durch den Wald und an der Küste entlang. Am Abend besuchten uns zwei Possums, die wohl den benachbarten Baum bewohnen. Glücklicherweise haben sie sich in der Nacht nicht an unseren Rucksäcken oder Vorräten vergriffen, dennoch bin ich immer wieder von den nächtlichen Geräuschen aufgeschreckt.

Am letzten Tag machten wir uns ohne Frühstück auf den Weg. Es erwartete uns ein Flusslauf, den wir lieber bei Ebbe überqueren wollten. Letztenendes war der Strom nur knöcheltief und wir hatten uns ganz umsonst Sorgen gemacht. Auf einem Boardwalk durchquerten wir den sumpfigen Regenwald. Im dichten Wald machten wir eine ausgiebige Frühstückspause, ehe wir die letzte Etappe unserer Wanderung in Angriff nahmen. Mit Blick auf die verbrannten Bäume im Tal und die wolkenverhangenen Hügel liefen wir zurück zum Telegraph Saddle, von dort brachte uns der Shuttlebus zurück zu unserem Auto.

Von Sydney in den Süden

Da wir den gleichen Weg Richtung Melbourne einschlugen, mieteten Marion und ich ein Auto und fuhren gemeinsam Richtung Süden. Ich besorgte mir einen neuen Schlafsack und wir übernachteten abwechselnd im Zelt oder in Hostels.

Noch besser trafen wir es in der Jervis Bay. Wir folgten der Karte und bogen in eine Straße voller kleiner Wochenendhäuscher. Und schon waren wir da, unser Heim für die nächsten 2 Tage. Bob, einer der Feuerwehrmänner, die mit uns in den Blue Mountains waren, hatte uns sein Feriendomizil überlassen. Ein ungewohnter Backpacker-Luxus! Eine eigene Küche, 2 Schlafzimmer und eine Terrasse mit Blick in den Garten.

Ganz in der Nähe liegt der Hyams Beach. Dieser hat den wohl weltweit weißesten Sand. Leider kam die Sonne nicht gegen die dichte Wolkendecke an, daher wirkte der Sand eher gräulich. Schön war es trotzdem. Das Meer schimmerte türkis, in der Ferne steht ein Leuchtturm. Über dem Ort auf der gegenüberliegenden Halbinsel leuchtete ein Regenbogen. Da es kaum Schatten gab, war es bei wolkenverhangenem Wetter zumindest eher auszuhalten.

Von Canberra hatte ich nicht viel Gutes gehört. Die Hauptstadt und Regierungssitz ist geprägt von langen Wegen, ausladenden Straßen und viel massivem Beton. Da Marion jemanden besuchte, erkundete ich die Stadt allein und war positiv überrascht.

Jeden Sonntag findet der Old Bus Depot Market statt. Der Markt in den großen Industriehallen war genau nach meinem Geschmack. Neben viele Häppchen, die man an jeder Ecke probierne kann, gab es viele schöne Kleinigkeiten wie Handarbeiten, Schmuck, Dekorationen, Blumen, Kunst und Krempel.

IMG_8709 (2)An diesem Wochenende fand auch die Royal Canberra Show statt. Auf dem weitläufigen Gelände gab es einen Rummel, Hallen mit Ausstellungen zu verschiedenen Handarbeiten und Hobbies, sowie Haushalt. Bei den Backwettbewerben waren aufwendige Torten ausgestellt. Außerdem gab es alles rund um das Farmleben mit Wettbewerben im Holzhacken, ein Schweinewettrennen, drollige Tierbabies, Hunde-, Katzen- und auch Meerschweinchenshows.

IMG_8752Ein Besuch im Parliament House darf natürlich nicht fehlen. Einen schönen Blick über die weitläufige Stadt bietet sich vom grünen Dach des Parlaments. Wenn man Kamera und Handy abgibt, kann man bei den Sitzungen zuschauen. Vielleicht beim nächsten Mal…

 

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In Tathra beobachteten wir die Angler und die großen Rochen, die die Reste der Fische fraßen.
In Merimbula probierten wir die hiesigen Austern. Das letzte Mal war schon etwas her, aber sie schmeckten mir besser als in Chile. Vielleicht lag es auch daran, dass die Überwindung nicht mehr ganz so groß war.
In der Nähe von Genoa fanden wir einen gratis Campingplatz. Er war überraschend groß und gut besucht. Im Bad wohneten zwei große Spinnen und die Duschen funktionierten leider nicht. Seltsamerweise empfing ich im Zelt Wifi – Danke unbekannter Camper.

IMG_8920.JPGMit der Fähre setzten wir über nach Raymond Island. Bisher hatte ich schon den ein oder anderen Koala von Weitem in den Bäumen gesehen, wenn wir nach ihnen Ausschau gehalten hatten. Aber Raymond Island ist das Paradies um Koala in freier Wildbahn zu besuchen. Die Population ist so groß, dass man nicht lange suchen muß um einen in den Bäumen zu entdecken.

Mit der Feuerwehr in die Blue Mountains

Marion hatte beim Wandern ein paar Feuerwehrmänner aus Sydney kennengelernt. Diese luden uns ein mit ihnen in den Blue Mountains zum Canyoning zu gehen.
SAM_9733Durch den Busch wanderten wir auf Trampelpfaden zu den Felswänden des Butterbox canyons. Wir stiegen in die Wetsuits und dann ging´s los mit dem ersten Abseilen. Da war ich schon arg nervös, das letzte Klettern war schon eine ganze Weile her. Aber die Jungs waren ganz entspannt, geduldig und routiniert. So stiegen wir immer weiter hinab in die Tiefe. Wir seilten uns neben Wasserfällen ab, stiegen über Felsblöcke oder schwammen ein paar Meter.  Eine der Etappen sah doch recht tief aus, ich seilte mich unbeholfen über mehrere größere Stufen ab. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es gleich mit dem nächsten Abseilen weiter, unterhalb der kleinen Plattform kam erstmal viel dunkles Nichts. Doch dann fand ich mich direkt neben einem Wasserfall wieder, der von oben nicht sichtbar war. Ein atemberaubender Anblick! Weiter unten bekam ich noch eine Dusche im nächsten kleinen Wasserfall, bis ich sicher unten ankam. Bis zum Ausgang waren es nun nur noch ein paar Meter zu schwimmen und ein Sprung ins kalte Naß aus 3 Metern. SAM_9757

Schließlich traten wir hinaus in die Sonne und suchten uns ein gemütliches Plätzchen zum Trocknen und Mittagessen. Hier plauderten die Jungs aus dem Nähkästchen, von ihren Familien und Abenteuern.
Nun seilten wir uns noch ein letztes Mal im Trockenen neben einem Wasserfall ab. Das Besondere in den Blue Mountains ist, dass man zuerst in die Schlucht hinabsteigt und am Ende des Tages wieder hinauflaufen muss. Dummerweise mussten wir nun diese 300 Höhenmeter wieder raus aus dem Canyon und zurück zu den Autos. Wir wanderten über die Felsen und auf Trampelpfaden bergauf. Es wurde immer steiler und die Sonne brannte, die kleinen Bäumchen spendeten kaum Schatten. Die letzte Herausforderung war eine Felswand von 15 Metern, die wir hinaufklettern wollten. Die Jungs stuften sie als leicht ein. Davor gab es einen niedrigen Überhang, der angenehmen Schatten bot und zu einer Pause einlud. Dazu genossen wir den wundervollen Ausblick auf die Blue Mountains und das dichte Grün unten im Tal. Nach ein paar Kletterzügen hing ich in der Wand, fand bei schwindenden Kräften keinen rechten Halt und musste mich schließlich doch noch ein wenig retten lassen. Mit Unterstützung von Brandon, der mir sein Knie lieh, schaffte ich es doch wohlbehalten nach oben. Nun ging es weiter in der sengenden Sonne bergauf. In der Ferne waren schon die parkenden Autos sichtbar, als uns zum ersten Mal an diesem Tag jemand begegnete. Anschließend gingen wir in einen kleinen Pub um auf diesen aufregenden gelungenen Tag anzustoßen.

Thank you guys for this amazing day!

Wieder in Sydney

In Sydney wohnte ich wieder bei Olenka, aber diesmal in der neuen Wohnung, die sie mittlerweile mit Cliff bezogen hatte. Es war herrlich auf dem Balkon mit Aussicht auf die Harbour Bridge zu frühstücken und dabei Besuch von Papageien zu bekommen.

In den letzten Tagen in Neuseeland hatte ich eine andere Marion aus Süddeutschland kennengelernt. Schon in Kaikoura dachten wir über einen Besuch der Oper in Sydney nach. Es gibt leider kein Ticketbüro mehr, das am Tag der Aufführung Karten IMG_8551.JPGzum halben Preis verkauft. Am Morgen werden jedoch im Box Office der Oper jeweils 10 günstige Stehplätze vergeben. Wir bekamen den Tipp in einer der Sydney-Broschüren nach einem Gutschein zu suchen und so entschieden wir uns für die Vorstellung des Barbier von Sevilla am Samstagabend mit anständigen Sitzplätzen. Es war eine farbenfrohe Inszenierung, die trotz fehlender  Untertitel halbwegs verständlich war. Der Figaro trällerte seine bekannte Arie, während er lässig die Kundschaft in seinem Salon bediente.

Mit jedem Besuch wird mir Sydney immer sympathischer…

Mit Delfinen schwimmen

Schon vor Monaten hatte ich den Tipp bekommen in Kaikoura mit Delfinen schwimmen zu gehen. Ich hatte Glück und konnte ein paar Wochen früher gerade noch eine Tour an meinem letzten Tag in Neuseeland buchen.

Noch vor dem Morgengrauen lief ich aufgeregt zum Büro. Ab in den Wetsuit, Flossen, Kappe und Maske anprobiert. Ein kurzes Video mit Hinweisen zum Ablauf und los geht`s!

Benimm dich wie ein Delfin. Sie sind wild und nicht trainiert, wenn du willst dass sie sich für dich interessieren, dann unterhalte sie.

Wir stiegen in den Bus, der uns auf die andere Seite der Halbinsel zum Anleger brachte. Unterwegs färbte sich der Horizont allmählich rötlich. Wir haben Glück, es wird ein sonniger Tag und die See ist recht ruhig. Wir fahren los, dem Sonnenaufgang entgegen, auf der Suche nach Delfinen. Gerade rechtzeitig, bevor die Sonne sich über den Horizont erhob, sahen wir die ersten Delfine. Es waren gleich mehrere Gruppen. Zeit für Fotos sollte eigentlich nach dem schwimmen sein, aber es ist schwer sich loszureißen. DCIM100GOPROAb ins kalte Wasser. Gestern war ich nur mit den Füssen im Wasser, da war’s mir viel zu kalt zum Baden. Heute kommt es mir gar nicht so kalt vor. Ab ins Wasser zu den Delfinen. Ich summe und singe hohe Töne, dabei hoffe ich dass ich die Delfine mit meinen seltsamen Geräuschen neugierig mache und mich niemand anderes hören kann. Da kommen auch schon einige Delfine an mir vorbeigeschwommen. Plötzlich kommen sie von allen Seiten, mal langsamer und schauen mich an, mal schwimmen sie nur an mir vorbei. Einige schwimmen neugierig mit mir im Kreis. Es ist unglaublich! Inmitten von hunderten Delfinen!

Ein fantastisches Erlebnis!IMG_8331.JPG

Gut zu wissen – Unschlagbare Tipps

Manche nützliche Dinge erfährt man erst unterwegs und dann meistens gegen Ende der Reise. In Neuseeland hatte ich das Glück schon am Anfang von der BBH Card zu hören.  Mit der Karte gibt es in jedem der kleinen Partnerhostels einen Rabatt und auch bei vielen bekannten Sehenswürdigkeiten oder Touren. Da ich sowieso lieber die kleineren Hostels bevorzuge, habe ich meistens nur unter den BBH-Hostels gesucht und war immer zufrieden.

Die Konkurenz ist YHA, die Hostelkette hat in vielen Orten ein großes Hostel mit gleichbleibendem Standard. Die Mitgliedskarte bietet ebenfalls Vergünstigungen in den Hostels und bei vielen anderen Attraktionen. In den Hostels ist das Durchschnittsalter insgesamt höher als gewöhnlich, das mag daran liegen, dass die Preise auch etwas höher sind. Aber so kann man den vielen sehr jungen und bisweilen anstrengenden Backpackern aus dem Weg gehen. Die YHA-Card ist in Australien gleichermaßen erhhältlich und gültig, die Hostels sind ähnlich.

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Bei dem riesigen Angebot an Touren, Ausflügen und Aktivitäten, kann es einem schon schwindelig werden. So ganz kommt wohl niemand daran vorbei zumindest einen Teil der großen -und teuren- Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Da lohnt sich die Website bookme.com sehr. In Australien und Neuseeland sind so ziemlich alle größeren Anbieter vertreten und mit etwas Glück lassen sich tolle Schnäppchen machen und die teuren Erlebnisse werden etwas bezahlbarer. Gerade in Orten wie Wanaka und Queenstown ist die Auswahl riesig, aber auch die Fähre von Auckland nach Waiheke Island gibt es zum Teil 75% günstiger.

Gerade beim Campen in Australien und Neuseeland ist die Campermate App sehr nützlich. Es kann unter Anderem nach günstigen und freien Campingplätzen oder nach der nächsten Tankstelle gesucht werden. Ich hab sie auf dem Weg von Sydney nach Melbourne genutzt. Die Angaben waren nicht immer korrekt oder vollständig, aber sie sind ein guter Anhaltspunkt. Was gratis Campingplätze angeht, gab es aber auch immer wieder in den Touristeninformationen -gerade in den kleineren Ortschaften- tolle Tipps.