Durch die Anden nach Chile

imageVon Mendoza ging es mit dem Bus durch die Anden nach Santiago de Chile. Die Aussicht war großartig. Die kargen Sträucher, die rauen Hügel und in der Ferne die schneebedeckten Gipfel. Vorbei am Aconcagua, mit 6962m der höchste Berg Sudamerikas.

Neben der Straße folgte uns eine alte Bahnstrecke, die teilweise überwuchert, verschüttet, mit fehlenden oder verstreuten Gleisen nicht mehr befahrbar ist.
An der Grenze warteten wir in der Sonne bis unser gesamtes Gepäck unter die Lupe genommen wurde. Danach konnte ich mich endlich entspannen, da ich sie selbstgemachte Marmlade behalten durfte.
Hinter der Grenze führten uns verrückte Serpentinen bergab weiter nach Santiago de Chile.

Der Dollar macht blau

Seit einiger Zeit gibt es in Argentinien wegen der Instabilität des Pesos neben dem offiziellen Wechselkurs auch die Blue Dollar Rate. Der inoffizielle Wechselkurs liegt derzeit etwa ein Drittel über dem offiziellen und ist ein offenes Geheimnis. Für die Argentinier ist es nicht möglich offiziell Dollar zu ziehen oder zu Wechseln, sie verlassen sich aber gerade lieber auf die harte Währung. Sehr lohnend ist dies für Reisende mit Dollar im Gepäck.
In der Einkaufsstraße Avenida Florida in Buenos Aires oder dem Bushahnhof in Mendoza schallt es aus jeder Ecke Cambio, Cambio!? Es ist ein komisches Gefühl im Hinterzimmer eines Handyladens Geld zu Tauschen. In vielen Hotels und Geschäften wird ebenfalls nach der Blue Rate gewechselt. Der Blue Dollar hat seine eigene Facebookseite und die aktuellen Kurse sind online leicht zu finden. Obwohl der Euro gerade schwächelt, hatte ich keinerlei Probleme mit dem Wechseln.

Wein aus Mendoza

Mendoza ist Argentiniens größte und wichtigste Weinregion. Wenn ich schon einmal hier bin, wollte ich auch richtig in die mystische Welt des Traubensaftes eintauchen. Ich suchte mir eine Tour aus, die in der Gegend von Lujan de Cuyo durch 4 Bodegas (Winzereien) führen sollte. Wir waren eine kleine Gruppe und verstanden uns auf Anhieb.
IMG_5969In dem Familienunternehmen Familia Casonne begrüßte uns der Besitzer Federico persönlich.
Auf dem Gut von Pulenta, ein modernes experimentierfreudiges Unternehmen führte uns Federicos Frau mit einem Sauvignon blanc über das Anwesen. Zu den edlen Tropfen gab es jeweils den passenden Käse.IMG_6003
In dem kleinen Unternehmen Caelum gab es zu den Weinen auch selbstangebaute Pistazien. Wir beobachteten den armen Kerl, der die Etiketten von Hand aufklebte, es werden hier immerhin 75.000 Flaschen pro Jahr abgefüllt. Mein persönliches Highlight war der Nuvola Dolce Malbec, ein sehr süßer Malbec.
Ein spätes Mittagessen gab es in der großen Winzerei Ruca Malen. Das 4-Gänge-Menü war perfekt auf die Weine abgestimmt und wurde gekrönt mit dem Blick auf die Anden.
Glücklich und beschwippst ging dieser interessante Tag zu Ende.

Ein neues Abenteuer beginnt in Buenos Aires

Bereits im letzten Jahr verbrachte ich einige Tage in Buenos Aires. Schon damals gefiel mir das bunte Viertel La Boca. Als ich durch die Hinterhöfe mit den Ateliers und Souvenirgeschäften schlenderte, viel mir in der hintersten Ecke ein versteckter Laden auf. SAM_2615Es war ein wüster vollgestopfter Secondhand-Shop, in dem sich zunächst kein Verkäufer blicken lies. Alte aber edle Roben, Mäntel, Pelze und Tango-Accessoires hingen an Ständern oder lagen wild durcheinander in Regalen. Es roch nach altem Kleiderschrank und Mottenkugeln. Ich sah mich um, als die Besitzerin zähneputzend aus dem Hinterraum trat und mich überschwänglich begrüßte. Sie lud mich ein in ihren Schätzen zu stöbern und begann die ersten Ständer vor die Tür zu stellen. So war der Laden schon ein wenig übersichtlicher. Neben Kommoden voll mit antikem Schmuck stapeln sich in einem Regal sich die unterschiedlichsten Oberteile. Sie legte mir ein Hippie-Shirt ans Herz, das wie für mich gemacht wäre. Es war übersäht mit Katzenhaaren, passte aber perfekt. Bei jedem Teil, das ich in die Hand nahm, beteuerte sie mir wie sehr sie es liebte. Die fein geknüpften und aufwendig verzierten Überwurfe, die Fellwesten und die Tangokleider. Man merkte, dass ihr jedes einzelne Stück am Herzen lag. Sie erzählte von ihren Reisen nach Europa, auf denen sie die Kleider erstanden hatte, und dem gerade erst begonnenem Kunststudium.
Leider hatte der Laden zu als ich diesmal in La Boca war.

IMG_5851In einer Stadt wie Buenos Aires gibt es natürlich zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Dies sind neben La Boca meine persönlichen Highlights:

Die Führung durch das zauberhafte Theatro Colón.

imageEl Ateneo war früher ein Theater und ist nun ein Buchladen, der mit einem Café auf der ehemaligen Bühne zum Verweilen einlädt.

San Telmo ist das alte Aristokratenviertel und versprüht einen ganz besonderen Charme. Hier reihen sich die Antiquitätenläden aneinander und sind teilweise vollgestopft bis unters Dach. Neben alten Kameras, Kronleuchtern, Mikroskopen findet sich auch eine IMG_5923Zapfsäule, Filmrollen oder ein antikes Kanu. Sonntags zieht sich durch das gesamte Stadtviertel ein riesiger Markt mit kreativen Souvenirs und Trödel. An jeder Ecke gibt es Empanadas oder einen Grill mit Chorizo und Steak.

El Zanjon de Granadas gehört zu einem wunderschön restaurierten Haus von 1830. Die Tour führt durch die Tunnel der alten Kanäle und die architektonische Geschichte von Buenos Aires.

Der Stadtteil Recoleta mit dem faszinierenden Friedhof, der an Montmartre in Paris  erinnert. Um das Mausoleum von Eva Perón zu finden, braucht man nur den anderen Besuchern zu folgen.