Koh Rong

IMG_4942Die letzten Tage vor der Rückkehr in die kalte Heimat wollte ich auf einer schönen Insel verbringen. So landete ich auf Ko Rong und traf dort Miquel, Natalia und Gabriella wieder. Wir teilten uns einen urigen Bambusbungalow, der leider von mehreren Bars großzügig beschallt wurde.

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IMG_4948Die Insel ist zwar von Touristen gut besucht, hinkt in der Entwicklung aber arg hinterher. Es gibt keine Autos und Strom nicht durchgängig. Damit kann man sich aber gut arrangieren. Es gibt viele tolle Sandstrände. Nur leider gibt es gerade an den entlegenen Stränden viele Müllecken. Ein weiterer IMG_4889Wehrmutstropfen sind die Sandfliegen, die sich aber mit genügend Kokosöl fernhalten lassen. Vom Dorf gelangt man über eine abenteuerliche kleine Wanderung auf die andere Seite zum Long Beach, der sich über 6 Kilometer erstreckt. Der Sand dort ist so fein, dass er beim Laufen knirscht wie Schnee.

IMG_4970Es gibt eine Auswahl an den typischen westlichen Restaurants, aber im Dorf auch einfaches Khmer-Essen. Wie schon erwähnt hatte ich mit dem Essen keinerlei Probleme.
eider wurde es, als ich ein paar Tage dort war, ein wenig ungemütlich, da sich die Ausläufer des Taifuns in den Philippinen bemerkbar machten. Dies zeigte sich mit anhaltendem ständigen Wind und die unruhige See. Ich hatte schon üble Geschichten über die Fahrten mit der Fähre bei starkem Wellengang und Seekrankheit gehört. Als ich abreisen wollte, gab es Probleme mit der Fähre und ich kam im kleinen Slowboat unter. Es war wirklich gruselig, aber noch mehr als der Seegang machte mir die Sorge um meinen Rucksack zu schaffen. Der lag ganz hinten, ganz oben. Genauso wie ich und viele Mitreisende war auch er völlig durchnässt. So verbrachte ich den Abend damit meine gesamten Habseligkeiten zu trocknen und brachte alle Klamotten in die Wäsche.wpid-20141216_063110.jpg

Khmer-Food

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Muscheln

Die Märkte in Kambodscha scheinen meinem Magen nicht zu bekommen. Dabei brauche ich noch nicht einmal das Essen zu probieren. Es gibt soviele Stände mit rohen Meeresfrüchten, Fischen, ob ganz, zerteilt oder getrocknet, Fleisch in den verschiedensten Varianten. Oft sind die Waren an der Seite des Marktes auf einer Plane ausgebreitet. Dazu kommen die unerbittliche Sonne und die resultierenden Gerüche. So ähnlich habe ich mir den Fischmarkt im ersten Kapitel des „Parfums“ vorgestellt. Zum Glück sind zwischendurch immer wieder Obst und Gemüsestände eingestreut, damit meine Nase sich etwas erholen kann.
Auf den Straßen gibt es immer wieder Händler mit kleinen Chilimuscheln und anderen Geschmacksrichtungen zum Snacken. Küken und Heuschrecken für unterwegsUnterwegs kommen die Verkäuferinnen auch mal mit einer Schüssel gebratener Insekten und Küken an die offene Minibustür, während der Fahrer versucht soviele Leute wie möglich unterzubringen. Manchmal finden sich auch krosse Spinnen oder Schlangen am Spieß.

Die Khmerküche hat aber auch viele leckere Gerichte zu bieten. Fisch Amok, eine Art Gulasch mit Kokos-Curry-Sauce, fand ich sehr lecker. Loklak ist Geschnetzteltes mit Pfeffer-Limonen-Sauce. Auch bei den Einheimischen sehr beliebt ist die Sour-Soup, die es in vielen Variationen gibt.
Morgens wird an vielen Ständen Krolan verkauft. Das ist Klebreis mit Sojabohnen und Kokosmilch, der in Bambus gegart wurde und auch in den Bambusrohren verkauft wird.
Im Bus bot mir eine nette Sitznachbarin ein kleines Bananenblattpäckchen an. Ich packte es neugierig aus, zumindest war es gekühlt. Es war ein gegarter Fischwürfel mit einem Gewürzblatt umwickelt, Chili und schmeckte sehr lecker.
Die besten gebratenen Nudeln habe ich allerdings doch auf dem russischen Markt in Phnom Penh gegessen. Am Stand gegenüber wurden die frischen Reisnudeln verkauft und so war der Weg auf meinen Teller nicht weit.

Zwischendurch kann man mit den süßen Früchten nichts falsch machen. Drachenfrucht, Mango, Ananas, Pomelo, Papaya, Rhambutan, Jackfruit oder Kokosnüsse. Die Auswahl ist riesig. Besonders lecker sind die Fruchtshakes, die überall frisch gemixt werden.

Die Gastronomie lässt sich in keiner Weise mit den europäischen Standards messen. Da ist es mir fast lieber, wenn ich nicht sehe wie es in der Küche zugeht. Rauchen neben den Lebensmitteln ist noch das Geringste. Das Geld wird gelegentlich über dem geputzten Gemüse gezählt. Da es nicht überall rund um die Uhr Strom gibt, wird vielerorts mit Eisblöcken gekühlt. Manchmal muss man die westlichen Augen ganz fest zudrücken und genüsslich weiterkauen.
Gerade von Koh Rong hab ich im Vorfeld schon von einigen Magen-Darm-Problemen gehört. Strom gibt es noch nicht durchgehend und daher wird auch hier das Eis mit der Fähre geliefert. Ich kann mich glücklich schätzen und habe meine Inseltage ungetrübt genießen können.

Khmer Rouge

In Pnomh Penh kommt man nicht daran vorbei sich mit der traurigen Geschichte Kambodschas auseinandersetzen.

1975-1979 verbreitete die Khmer Rouge Angst und Schrecken. Sie wollte die kambodschanische Gesellschaft in einen Agrarkommunismus zwingen.
Am 17. April 1975 nahmen die Khmer Rouge Phnom Penh ein. Zunächst atmete die Bevölkerung auf, da sie sich über das Ende des Bürgerkrieges freute. Doch die Freude hielt nicht lange an, innerhalb von 48 Stunden wurde die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt auf das Land deportiert. Familien wurden getrennt. Jeder, ob jung, ob alt, ob gesund oder krank, musste von nun an auf den Reisfeldern abeiten. Viele starben an den Folgen der Zwangsarbeit, mangelnder medizinischer Versorgung oder Unterernährung.
Jeder Verdächtige auf Sabotage, Akademiker, Ausländer, Künstler oder auch nur Brillenträger, der sich gegen das Regime auflehnen könnte, wurde getötet. Außerdem wurden auch Ehegatten und Kinder hingerichtet um mögliche Racheakte zu verhindern. Insgesamt starben ca. 2 Millionen Menschen,  ein Viertel der derzeitigen Bevölkerung. 1979 wurde das Regime der roten Khmer von den Vietnamesen gestürzt und die Vereinigung zog sich in den Untergrund zurück.

Das Tuol-Sleng-Genozid-Museum, war das Foltergefängnis der Khmer Rouge und ist auch als S-21 bekannt. Die Klassenräume des ehemaligen Gymnasiums wurden in Folterkammern und Gefängniszellen umgewandelt. Für mindestens 14.000 Opfer war dies 1975-79 die letzte Station vor den Killing Fields, wenn sie nicht an den Folgen der Folter verstarben.
Die Ausstellung ist nichts für zarte Gemüter. Die grausamen Foltermethoden werden anschaulich dargestellt. Jeder Insasse wurde bei der Einlieferung fotografiert. Die vielen verängstigten Gesichter starren die Besucher aus großen Schaukästen an. Todesfälle wurden ebenfalls dokumentiert und die grausigen Fotos werden teilweise ebenfalls ausgestellt.
Ein karger Raum mit verfärbten Fliesen, hoher Decke, ein rostiges Bettgestell, eine Metallstange, mit der die Füße gefesselt wurden und eine Metallbox, die als Toilette diente. In diesen Räumen fanden die Foltern statt.
Die schmalen Einzelzellen waren durch gemauerte mannshohe Wände von einander getrennt, besaßen jedoch keine Türen. Die Gefangenen wurden mit Ketten gefesselt. Sie konnten einander sehen, durften sich jedoch nicht unterhalten oder anderweitig kommunizieren.

Choeung Ek ist das Killing Field 15 Kilometer südlich von Phnom Penh. Es ist das bekannteste der über 300 Killing Fields in Kambodscha. Hierhin wurden unter anderem die Insassen von Toul Sleng zu ihrer Exekution transportiert. Hier wurden ca. 17.000 Hinrichtungen durchgeführt. In den zahlreichen Massengräbern wurden die Gebeine von etwa 9.000 Opfern gefunden.

Floating Village Kampong Luong

imageAuf halbem Weg zwischen Battambang und Phnom Penh stieg ich in Krakor aus und fuhr das letzte Stück mit dem Tuk-Tuk bis zum Tonlé Sap Fluss. Hier liegt Kampong Luong, ein schwimmendes Dorf, bewohnt von Khmer und Vietnamesen.
Ich wollte noch einen Homestay machen, aber diesmal auf einem Hausboot. Im Haus gab es einen großen Gemeinschaftsraum und einige Kammern zum Schlafen. Im hinteren Bereich die Küche und die Toilette, wenn man den Verschlag mit dem Loch im Boden so nennen will.
Ich hatte Glück, denn es wurde eine Zeremonie zur Einweihung des neuen Hauses durchgeführt.
Es kamen vier Mönche ins Haus und eine Art Zeremonienmeister. Die Mönche zogen sich während der Vorbereitungen zurück und machten es sich im Nachbarboot gemütlich. Der Zeremonienmeister und die alten Frauen kauten reichlich Bethelnuss, während sie kleine Gestecke bastelten.

imageVor dem Hausaltar wurden mehrere Obstteller, zahlreiche Schüsselchen mit Reis und Nudeln, zwei gerupfte Enten, mehrere Gestecke mit Räucherstäbchen, zwei Teller mit Tüchern, Spiegel und Kamm aufgestellt. Für die Mönche wurden Geschenktüten gepackt. Sie enthielten Kerzen, Räucherstäbchen, Kaffee, Zucker, ein Saftgetränk und etwas Geld. Für jeden Mönch wurde eine Silberschale mit Wasser und gerollten Blättern darin, bereitgestellt.
Als alles fertig war, wurde der Raum abgedunkelt, die Kerzen angezündet und der Zeremonienmeister begann singend zu beten und segnete den Hausherren und die Hausfrau.
Nun darf man sich das aber nicht als steife Veranstaltung vorstellen. Die Familie kam zusammen, da ist immer jemand zu spät dran und kommt erst wenn die Zeremonie schon angefangen hat. Die Kinder toben, spielen und wenn es ruhig wird, machen sie Musik an. In den hinteren Reihen wird getuschelt und gekichert. Die Hausherrin stillt unterdessen das Kleinste.
Nach diesem ersten Teil wurde ein Großteil der Utensilien weggeräumt und erst jetzt kamen die Mönche dazu. Sie nahmen auf dünnen Matten Platz, wir anderen saßen auf dem Boden. Sie beteten in mehrstimmigem Gesang. Natürlich habe ich kein Wort verstanden, aber es klang sehr schön. Dann verstand ich auch wozu diese Blätterröllchen gut sind. Während des Gebets verspritzten die Mönche damit das Wasser auf die Anwesenden und den Holzboden.
Als die Mönche sich auf den Weg gemacht hatten, aß die gesamte Familie das gesegnete Essen, Suppe mit Ente, Reis und Nudeln.

imageIn dem schwimmenden Dorf gibt es alles was was man zum Leben so braucht. Kleine Läden, Werkstätten, Werften. Viele Häuser haben einen Hund und einige auch Hühner.
Morgens herrscht geschäftiges Treiben. Die Fischer fahren hinaus. Das Kaffeeboot fährt von Haus zu Haus. Ebenso das Gemüse- und Obstboot, auf dessen Bug ein Hahn steht, die Frauen begutachten die Ware und quatschen. Auf dem Fleischboot liegt die Ware ausgebreitet und auf dem Bug trohnt ein Schweinekopf.  Kinder paddeln zu ihren Freunden. Ein Teenager schaut verschlafen aus der Hängematte. Aus dem Tempel ertönt Gesang, es gibt sogar eine Kirche. Kinder baden und spielen mit Wasserkanistern. Frauen waschen Wäsche im Fluss oder nehmen Fische aus.

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Nachbar

Angkor

In Siem Reap landet irgendwann jeder Kambodschabesucher, da es von hier aus nur 8 Kilometer zu den Tempeln von Angkor sind.
Damit ich einen Überblick bekomme, machte ich am ersten Tag eine Fahrradour durch die größten Tempel.

Angkor WatZuerst wanderten wir durch Angkor Wat, das größte sakrale Bauwerk der Welt. Der Khmer-König Suyavarman II. erbaute den bis zu 65 Meter hohen Tempel im frühen 12. Jahrhundert. Hier tummeln sich ein paar Affen und auch die meisten Touristen. Die fünf Türme haben die Form geschlossener Lotusblüten.

wpid-2014-12-09_10.54.27.jpgWir fuhren auf der Aussenmauer von Angkor Thom entlang, die alte Konigshauptstadt, am Eastgate mit den dreiköpfigen Elefanten vorbei und zum Bayon, der zentrale Tempel mit den vielen Gesichtern.

Zuletzt noch Ta Prohm, mein Favorit. Der Tempel ist von einigen großen Bäumen überwachsen, die ihre Wurzeln wie Schlangen durch das Gemäuer winden und weit über die Tempelmauern hinausragen. Obwohl Ta Prohm fleissig restauriert wird, herrscht hier eine ganz besondere mystischTa Prohme Atmosphäre. König Jayavarman VII. widmete diesen Tempel seiner Mutter. Er bildete auch die Kulisse für Thomb Raider.

SonnenaufgangIn den nächsten Tagen erkundete ich die Gegend zusammen mit Rita und Mike aus Kanada, die ich auf der Tour kennengelernt hatte, mit dem Tuk-Tuk.

Wir genossen den Sonnenaufgang am Srah Srang, einem Wasserreservoir, erklommen den Pre Rup und fuhren bis zum Banteay Srei, der Tempel mit den filigranen Steinmetzarbeiten.
Und erkundeten noch einige andere Tempel.

IMG_4342Zum Abschluss bewunderten wir am letzten Tag den gelbgold schimmernden Angkor Wat bei Sonnenuntergang.

In drei Tagen kann man zwar eine Menge sehen, aber es bleiben noch zahlreiche Tempel für den nächsten Besuch.

No Tuk-Tuk

In Siem Reap selbst ist so einiges los und es bietet sich viel Abwechslung. Es gibt zahlreiche Restaurants und Bars. Allgegenwärtig sind die zahlreichen Tuk-Tuk-Fahrer und ihr ständiges „Tuk-Tuk, Lady?“

Kampong Cham

wpid-20141202_091338.jpgKampong Cham ist eine gemütliche Provinzhauptstadt nördlich der Hauptstadt, schwer zu glauben dass es die drittgrößte Stadt Kambodschas sein soll.
Jedes Jahr wird eine Bambusbrücke nach Koh Paen gebaut. Wenn der Wasserstand steigt, wird sie wieder abgerissen. Der federnde Bambus macht bei jedem Schritt angenehm knarzende Geräusche. Auch Mopeds und Autos passieren die Brücke. Sie kam mir wesentlichen stabiler vor als einige andere Brücken der vergangenen Tage.
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Ungefähr 8 Kilometer außerhalb der Stadt liegen Phnom Bros und Phnom Srey. Dort kam ich mit einem Tempeljungen ins Gespräch und wurde zum Mittagessen mit den Tempeljungen und einer Nonne eingeladen. Die Mönche aßen vorher. In diesem Tempel gibt es zwei Nonnen, die sich ums Kochen kümmern. Die Tempeljungen helfen dabei und machen den Abwasch. Sie haben die Möglichkeit auf eine kostenlose Ausbildung, müssen aber nicht Novizen werden wenn sie nicht wollen. In den Tempelanlagen leben auch einige Affen, die sich geduldig ablichten ließen.Äffchen

Ganz in der Nähe liegt Cheungkok, es ist ein untypisches Dorf, das aber einen Einblick in den Kmeralltag gewährt. Es gehört zu einem ökotouristischen und handwerklichen Projekt. Die Bewohner können allein vom Reisanbau nicht leben, da nicht genug Anbauflächen und Wasser vorhanden sind. (Quelle: http://www.amica-web.com) Ich bekam eine kleine Führung, sah den Weberinnen zu und mir wurde gezeigt wie Palmzucker gewonnen wird.

Musikunterricht

Musikunterricht

Auf dem Rückweg sah ich mir den Wat Nakor an. Ich sah neugierig beim Unterricht im offenen Klassenraum zu und dachte schon die Lehrerin würde mich wegschicken, weil ich die Kinder ablenke. Aber sie fragte mich ob ich beim Englischunterricht helfen würde, da die Kinder so eine schlechte Aussprache hätten. Die Monate standen auf dem Plan, für diesen Tag aber nur Januar bis Juni. Wie es hier so üblich ist, wiederholten wir die einzelnen Worte immer wieder und buchstabierten sie mit den Schülern. Die Kinder waren eifrig bei der Sache und zur Belohnung durften sie zum Ende der Stunde Plumpsack spielen.

Homestay auf Koh Trong

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Ausblick in den Garten

Mit der Fähre setzte ich von Kratie aus über nach Koh Trong. Dort lieh ich ein quietschendes Fahrrad und fuhr die 2 Kilometer zum Homestay.
Da sich eine Gruppe Franzosen eingemietet hatte, kam ich zwei Häuser weiter bei einem älteren Ehepaar unter. Sie sprechen beide kein Wort Englisch und so gestaltete sich die Kommunikation schwierig.
Ich teilte mir den Gemeinschaftsraum mit einem französischen Pärchen. Sie hatten ihren eigenen Guide dabei, der uns IMG_3639viel über das alltägliche Leben der Kambodschaner erzählt hat. So konnten wir uns auch abends mit unseren Gastgebern unterhalten. Sie zeigten stolz das Fotoalbum der Hochzeit einer ihrer Töchter. Es war eine traditionelle Feier mit 500 Gästen. Das Brautpaar, deren Eltern und die Trauzeugen wechselten alle 30 Minuten die Abendgarderobe. Mehr als die Hälfte der Fotos zeigte die Braut in mindestens zehn verschiedenen, allesamt grell bunten, Outfits. Bei den vielen Fotos und dem ständigen Umziehen hatte sie sicher kaum Zeit für die Feier an sich.
Wir schliefen mit dünnen Matten unter Moskitonetzen auf dem Boden. Schon lange vor Sonnenaufgang erklang der Gesang der Mönche und das lautstarke Krähen der Hähne. Spätestens wenn der erste Bewohner aufstand, war es sowieso vorbei mit Schlafen, da bei jedem Schritt der ganze Boden vibrierte.

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Meine Gastgeberin

Das Badezimmer war für mich am gewöhnungsbedürftigsten. Natürlich gab es keine westliche Toilette und zum Waschen gab es ein Wasserbecken und Schüsseln. Aber nach der ersten Überwindung war es sehr erfrischend, wenigstens musste ich nicht im Mekong baden und an kalte Duschen habe ich mich auch schon gewöhnt.
Am Morgen durfte ich mit meinen Mitbewohnern eine Tour um die Insel machen. Der Guide stiefelte mit uns auf die Reisfelder und wir enteten mit einer Sichel ein bisschen Reis. Beim Dorffest lief er in die Küche des Hauses, in dem sich die Frauen versammelt hatten und steckte seine Nase in die Kochtöpfe. Unterwegs aßen wir Mango, frisch gepflückte süße Pomelos und genossen den Saft und das Fruchtfleisch einer Kokosnuss, die er gerade geerntet hatte.
Den Rest des Tages verbrachte ich im Stelzenhaus in der Hangematte mit Blick auf den Mekong, die Bananen- und Pomelobäume. Von dort konnte ich den Haushund, die Hühner mit ihren Küken, handtellergroße Schmetterlinge und das Inselleben beobachten.

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