4.000 Islands

IMG_3563Si Phan Don sind die 4.000 Inseln ganz im Süden Laos. Hier erweitert sich der Mekong auf bis zu 14 Kilometer und dazwischen liegen unzählige Inseln. Drei der Inseln sind bewohnt, Don Khong, Don Khone und Don Det. Um auf 4.000 zu kommen muß man aber wirklich jede Sandbank und jeden Busch, der aus dem Wasser ragt, mitzählen.

Wenn Laos und seine Einwohner bisher schon sehr entspannt waren, so treiben sie es hier auf die Spitze. Ganz nach dem Motto Please don’t rush, wie Lao P.D.R. (People’s Democratic Republic) auch gerne interpretiert wird. Es bleibt bei dem tropischen Wetter auch nichts anderes zu tun.
IMG_3436Ich zog in eine kleine Hütte auf Don Khone mit Terrasse und Hängematte. Wir unternahmen einige kleine Ausflüge mit dem Fahrrad und sahen uns die zwei Wasserfälle an. Wir hielten uns weniger an die großen Wege und so klapperten wir durch’s Unterholz, vorbei an den trägen Wasserbüffeln, kleinen Dörfern und über die eine oder andere nicht ganz vertrauenerweckende Brücke.

imageAn einem anderen Tag machte ich einen tollen Kajakausflug. Wir paddelten gemütlich über den Mekong und durch einige tückische Stromschnellen. Der Guide hat sich diebisch gefreut als zwei Boote kenterten und sprang selbst in den Fluss. Wir hielten Ausschau nach den vom Aussterben bedrohten Irawadi-Delfinen.  Es gibt im Mekong gerade noch 70 von ihnen. Sie ähneln den Belugawalen und können wie diese ihren Gesichtsausdruck ändern. (Quelle: delphinschutz.org) Sie treiben sich gerne in der Nähe der Südspitze von Don Khone herum, hier liegt auch die Grenze zu Kambodscha. Nach einigem Warten und Ausschauhalten in der Mittagssonne, ließen sich tatsächlich ein paar Delfine blicken. Aber sie waren zu weit weg um den Gesichtsausdruck zu beurteilen. Es gab noch einen Abstecher zu den größten Wasserfällen von Südostasien, die Khon Phaphaeng Wasserfälle. Nach einer beengten Fahrt im Tuk-Tuk mit den 15 Paddlern und den Kajaks ließen wir die Boote pünktlich zum Sonnenuntergang wieder zu Wasser und paddelten zurück auf die Insel.

Da Miquel und Natalia noch länger auf den Inseln bleiben, werde ich allein nach Kambodscha weiterziehen.IMG_3367

Champasak

IMG_3324Champasak ist ein ruhiges Dörfchen am Mekong. Von hier aus sind es 8 Kilometer über die umliegenden Dörfer zu den idyllischen Ruinen des Wat Phou.

Wat Phou gehört zu den Kmer-Bauten. Die Tempelanlage schlängelt sich den Hügel hinauf und oben bietet sich eine wunderschöne Aussicht über die Umgebung.

IMG_3133Die zum Glück asphaltierte Straße führte uns vorbei an vielen spielenden Kindern. Die Frauen saßen in großer Runde zusammen, die Männer spielten Pétanque, eine Art Boule, oder scharrten sich um einen blutigen Hahnenkampf. Das Familienleben spielt sich direkt neben der Straße ab. Vor, neben oder unter dem Haus, da viele Häuser auf Stelzen gebaut sind.

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Die drei Europäer auf den viel zu kleinen Fahrrädern wurden neugierig beobachtet und freundlich gegrüßt.  SABAIDEE! Die Eltern stellten sich mit den Kleinsten an den Straßenrand und winkten. Wir hatten auch Spaß daran und grüßten und winkten den ganzen Weg entlang.

Mit dem Bus durch Laos

Ich hatte mich schon auf anstrengende Busfahrten in Laos gefasst gemacht, aber bis jetzt war das Reisen durch Laos noch recht angenehm. Mit dem Minivan oder Minibus, im schlimmsten Fall auf der Rückbank eingeklemmt neben dem Gepäck. Von Luang Prabang ging es kurvenreich im Angesicht des Abgrunds durch die Berge, aber auch mit einer wunderschönen Aussicht.
imageDie Bezeichnungen sind beliebig austauschbar und auch nach genauem Nachfragen kann man sich nie ganz sicher sein. Ein „Minivan“ kann auch ein großer gewöhnlicher Bus sein.
Von Vientiane nach Savannakhet fuhr in 8 Stunden der Sleeping Bus mit richtigen Betten, die zwar schmal aber doch erstaunlich bequem waren.
Von Savannakhet nach Pakse fährt nur der Bus für die Einheimischen. Er hat keine Klimaanlage, alle paar Minuten stieg jemand ein oder aus, ständig stiegen Verkäufer ein mit Gegrilltem am Spieß. Mit ihren Waren drängelten sie durch den Gang und wieder zurück.

Als alle Sitzplätze belegt waren, wurden Hocker in den Gang gestellt. Mein Sitznachbar aß das Fleisch laut schmatzend und leckte sich anschließend geräuschvoll die Finger. Die Gerüche von vielen Menschen auf engem Raum, der Hitze, der Abgase, des Straßenstaubs und gegrilltem Fleisch vermischten sich.
Als der Bus mitten im Nirgendwo hielt und alle ausstiegen, dachte ich wir hätten eine Panne. Es war jedoch eine Pinkelpause und der halbe Bus erleichterte sich kollektiv am Straßenrand.

Im verträumten Savannakhet

Savannakhet wird auch das Luang Prabang des Südens genannt. Meiner Meinung nach haben die beiden Orte nicht besonders gemeinsam. Hier stehen noch vereinzelt Bauten französischer Architektur, die an Frankreichs Kolonialherrschaft bis 1954 erinnern.
Hier sind noch keine Horden von Touristen eingefallen, was den Charme des Städtchens ausmacht.

wpid-2014-11-24_12.16.24.jpgSavannakhet erreichten wir am sehr frühen Morgen, als gerade die ersten Einwohner vor die Tür traten und die Sonne aufging. Auf der Suche nach einem Guesthouse begegneten uns die Mönche beim Tak Bat. Es waren mehrere größere Gruppen von Mönchen unterwegs und vermutlich wegen der Abwesenheit von Massen an Touristen, ließen sie sich viel mehr Zeit dabei als in Luang Prabang.

Wir durften an einer Englischstunde im Xaysavang English and Computer Learning Center teilnehmen. Manid, ein herzlicher Laote, der bis vor zwei Jahren in Chicago lebte, unterrichtete die fortgeschrittenen Schüler. Nach wenigen Aufgaben beendete er den regulären Unterricht und gab seinen schüchternen Schützlingen Gelegenheit Fragen an Gabriella und mich zu stellen. Am dringensten wollten sie Fotos mit uns machen und uns auf Facebook adden.
Gabriella wird die nächsten Tage im English Center mitarbeiten, daher trennen sich hier leider unsere Wege.

COPE

Besonders interessant war das COPE Visitor Center in Vientiane.
Während des Vietnamkrieges wurden 1964 – 1973 geschätzt 2 Millionen Tonnen Munition, darunter vor allem Cluster-Bomben, über Laos abgeworfen. Bis heute lagern nichtexplodierte Geschütze (engl. UXO, unexploded ordenance) im Boden des Landes. Die systematische Säuberung schreitet nur langsam voran. Immer wieder gibt es Unfälle in Verbindung mit UXO, etwa 300 pro Jahr, häufig sind Kinder betroffen. In armen Provinzen ist der Verkauf des gesammelten Altmetalles, trotz der damit verbundenen Risiken, eine alternative Einnahmequelle. Die Fundstücke werden teilweise umfunktioniert und weiterverwendet. So entstehen zum Beispiel Boote, Pflanzkübel, Lampen, Zäune, Leitern. Da die Kinder diese Gegenstände aus ihrem zu Hause kennen, können sie die Gefahr nicht einschätzen, wenn sie Ähnliches im Wald finden. (Quelle: Cope Website und Visitor Center)
COPE ist eine Non-Profit-Organisation, die unter anderem Prothesen herstellt und eine Werkstatt unterhält, in der für den Alltag in Laos taugliche Rollstühle hergestellt werden.
In der Ausstellung wird über einige tragische Geschichten und den Werdegang der Opfer berichtet. Viele haben jahrelang mit selbstgebastellten Prothesen versucht einen Teil ihrer Unabhängigkeit zurückzugewinnen.

Mehr Informationen findet ihr auf der Website.
http://www.copelaos.org

In der Hauptstadt Vientiane

Vientiane ist seit 1975 Laos Haupstadt und hat so einige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

That LuangNatürlich besichtigten wir den Pha That Luang, das Nationalsymbol von Laos, das auf jedem Geldschein zu finden ist. Die goldene Stupa stammt aus dem 16. Jahrhundert.

Der Wat Si Saket wurde 1818 errichtet und ist der älteste Wat der Stadt.
Der Patuxai, der einen Rundumblick auf die Stadt bietet und an den Arc de Triomphe in Paris erinnert. Er wurde als Denkmal für die Unabhängigkeit Laos von Frankreich errichtet.

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Etwa 25 Kilometer außerhalb der Stadt liegt der Buddha Park. Angelegt wurde er 1958 und bietet eine interessante Sammlung von buddhistischen und hinduistischen Statuen.

Während der Fahrt durch die Stadt mit dem Tuk-Tuk bieten sich unzählige Eindrücke. Wie auch in Thailand sind auf den Straßen viele Mopeds unterwegs. Oft ist ein Beifahrer dabei, der auch mal quer sitzt und entspannt mit dem Handy spielt. Es passen locker drei Schulmädchen drauf oder eine drei- bis vierköpfige Familie. Auch Mönche müssen von A nach B, manchmal mit dem Mopedtaxi.

wpid-2014-11-21_10.33.58.jpgWieviele Mönche passen in ein Tuk-Tuk? Ich habe keine Ahnung, aber es sind viele. Leider hatte ich nie rechtzeitig die Kamera zur Hand, wenn sich ein mit orangen Roben beladenes Tuk-Tuk blicken lies. Von Hinten sah man nur noch vier Mönche auf dem Trittbrett stehen.

Abends spazierten wir am Mekongufer entlang. Die Straße an der Promenade war gesperrt und so tummelten sich hier Jogger und Spaziergänger. Es gab auch mehrere offene Aerobicstunden, mit dröhnender Musik zur körperlichen Ertüchtigung aller Altersgruppen.

Vang Vieng

Vang Vieng ist als die Backpacker-Stadt in Laos bekannt. Es reiht sich ein Restaurant an das nächste, meistens gehört ein Guesthouse dazu, das Essen ist überall ähnlich und komischerweise kann man in vielen Lokalen Friends gucken. Sehenswürdigkeiten gibt es keine, aber Vang Vieng liegt in einem wunderschönen Tal mit Bergen drumherum und damit bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für Ausflüge.
Am beliebtesten ist allerdings das Tubing. Dabei lässt man sich in einem alten LKW-Innenreifen den Nam Xong Fluss hinuntertreiben. Zwischendurch wird in die Bars am Flussufer eingekehrt und reichlich Bier und Lao-Lao konsumiert.
Wir ließen das Tubing aus und buchten einen Ausflug. Wir wanderten ein wenig und besichtigten zwei Tropfsteinhöhlen. Das Highlight war Tubing in einer dritten Höhle. Mit Stirnlampe setzten wir uns in die Reifen und hangelten uns an einem Seil durch die Dunkelheit in die Höhle. Hinaus ging es etwas einfacher, da die Strömung mitgeholfen hat. Zuletzt stiegen wir ins Kayak und paddelten durch einige Stromschnellen und die schöne Umgebung. Trocken blieben wir zwar nicht, aber umgekippt sind wir auch nicht.

Nach soviel Bewegung an der frischen Luft war es Zeit die Lao-Massage auszuprobieren. Leider bekamen wir eher eine Handy-Massage. Ich wunderte mich, dass sich das Mädel so lange mit meinem Unterschenkel aufhält und das eher halbherzig. Da saß sie und spielte mit ihrem Handy. Ich schielte zur Seite und bei Gabriella war’s genauso. Kurz danach hatten sie beide Hände am Smartphone und nix passierte…ich war kurz davor zu gehen, aber ich war doch gespannt was da noch kommt. Ich hätte allerdings nichts Wesentliches verpasst. Das war die mit Abstand mieseste Massage meines Lebens. Das Handy hatte später zwar Pause, aber sie hat in der Schulung nicht aufgepasst wo und wie man drücken muss.

Danach brauchten wir erstmal etwas zu Essen. Als uns sofort das HAPPY-Menü gereicht wurde mit Spezialitäten wie Opium-Pizza, Mushroom-Tee und Happy-Knoblauchbrot, gab ich mich dann doch mit einem gewöhnlichen Beerlao zufrieden.

Bis zum letzten Jahr ging es in Vang Vieng noch sehr viel wilder zu. Es war der Backpacker Partyhimmel, der asiatische Ballermann, nur viel verrückter. Hunderte Tuber ließen sich auf dem Fluss treiben und wurden mit Seilen ans Ufer in die Bars gezogen und abgefüllt. Drogen wurden an der Bar gleich mitverkauft. Bei der gefährlichen Kombination aus viel Sonne, dem Fluss mit seinen tückischen Felsen knapp unter der Wasseroberfläche, viel zuviel Alkohol und Drogenkonsum kam es zu zahlreichen Unfällen, Knochenbrüchen und Alkoholvergiftungen. 2011 gab es knapp 30 Todesfälle. 2012 wurde dem Partywahnsinn ein Ende bereitet und radikal aufgeräumt. Viele Bars wurden geschlossen, der Zulauf an Touristen nahm drastisch ab. Nun wirbt die Stadt vorrangig mit ihren abwechslungsreichen Outdoor-Aktivitäten und spricht damit eine andere Zielgruppen an.

BIG BROTHER MOUSE

Beim Frühstück erfuhren wir vom Big Brother Mouse Projekt, das laotische Kinder zum Lesen animieren will. In Laos ist lesen eher unpopulär und viele Kinder kennen Bücher nur als öde Lehrbücher. Bisher wurden eine Reihe Kinderbücher veröffentlicht, es werden Buchparties in Grundschulen abgehalten um die Kleinen fürs Lesen zu begeistern und in Luang Prabang wird regelmäßig eine Art offene Englischstunde gehalten.
Als alter Bücherwurm fand ich die Sache natürlich sehr interessant. Deshalb fanden wir uns eines Abends auch als freiwillige Tutoren zur Englischstunde ein. Es waren eine ganze Reihe andere Touristen und vor Allem Lernwillige da.
Nach und nach scharten sich ein paar Schüler um mich, insgesamt eher Fortgeschrittene und ein zurückhaltender Mönch. Wir stellten uns vor und dann legten sie auch schon los mit zum Teil sehr detaillierten Fragen. Da sie mich auch fragten was ich denn so beruflich mache, waren die neuen Vokabeln eher medizinisch geprägt. Richtig schwierig wurde es allerdings, als ich ihnen eine Passionsfrucht beschrieb. Obwohl es sie an jedem Fruitshake-Stand gibt, sind sie den Einheimischen nicht sehr geläufig.
Es war ein sehr interessanter Abend und hat echt Spaß gemacht, vielleicht sollte ich ja doch noch umschulen…

Schaut doch mal auf der Website vorbei!
http://www.bigbrothermouse.com/

Luang Prabang

wpid-2014-11-15_18.42.32.jpgSchon von Anfang an empfingen uns die Bewohner von Luang Prabang mit offenen Armen.
Wir folgten der Restaurantempfehlung der gängigen Reiseführer und genossen am ersten Abend ein sehr leckeres typisch laotisches Abendessen. Dazu gehörten u.a. Fisch mit Kräutern im Bananenblatt, Büffelfleisch, Lao-Wurst und natürlich Lao-Lao, der kräftige Reisschnapps.

In den nächsten Tagen erkundeten wir die Stadt.
Vom Phousi-Hügel hatten wir einen tollen Ausblick über die Stadt und den Mekong. Auf dem Foto seht ihr den Phousi-Hügel aus der Ferne.

Mit der Fähre fuhren wir über den Mekong und schon waren wir in IMG_2464einer anderen Welt. Gleich hinter dem Anleger ist ein kleines Dorf, da erscheint die Stadt schon ganz weit weg. Mit den besonders für mich viel zu kleinen Fahrrädern holperten wir über die Buckelpisten durch die Landschaft. Dabei kreuzten Ziegen, Schweinchen und Hühner unseren Weg. Leider haben wir uns verfahren und schafften es nicht rechtzeitig zum Sonnenuntergang zum Tempel mit der schönen Aussicht. Wir begnügten uns mit einem Tempel ohne Aussicht, machten aber Bekanntschaft mit ein paar Novizen, die ebenfalls zu spät für den Sonnenuntergang waren. Zum Glück hielten sie sich nicht an die Regeln, sonst hätten sie gar nicht mit uns sprechen dürfen.

IMG_2274An einem Morgen kämpften wir uns um 5:30 für das Tak Bat, die Zeremonie in der die Gläubigen den Mönchen Almosen geben, aus dem Bett. In Chiang Mai hatte ich genau dasselbe beobachtet, nur zu einer anständigen Uhrzeit. Die Mönche laufen in Gruppen durch die Straßen und die Gläubigen warten vor ihren Häusern und verteilen an jeden Mönch ein wenig Essen. Da es keine Geschenke sondern Opfergaben sind, bedanken sich die Mönche auch nicht. Zum Beispiel bekommen sie Klebreis und Bananen.

Danach fuhren wir in einer kleinen Gruppe mit dem Tuk-Tuk zu den Buddha Höhlen, in 2 Höhlen finden sich ungefähr 4.000 ganz verschiedene Buddhafiguren. Alte und neue, größere und ganz kleine, aus Stein oder vergoldet, einige kaputte und dazwischen so einige Spinnweben.
Anschließend ging es weiter zum Kouang Si Wasserfall. Es war vermutlich nicht die cleverste Idee barfuß bis zur Spitze des Wasserfalls zu laufen bzw. Hochzuklettern, aber umkehren und meine Schuhe zu holen, die ich nach dem Baden im kalten Wasser zurückgelassen hatte, wollte ich auch nicht. Aber die Mühe hat sich gelohnt. Oben konnte man direkt am Abgrund mit den Füßen im Wasser in die Tiefe sehen. Der Rückweg war zum Glück leichter als der Aufstieg, aber er führte über eine lange überschwemmte Treppe.
An sich ein toller Tag, aber insgesamt 4 Stunden im Tuk-Tuk, mit all dem Geschuckel, Lärm und Fahrtwind, haben mich echt geschafft. Dafür blieb bei der niedrigen Geschwindigkeit, wegen der miesen Straßenverhältnisse viel Zeit um die kleinen Dörfer und die Landschaft zu beobachten. In der Dämmerung werden die Straßen lebendig. Ganze Familien grillen gemeinsam am Straßenrand, die Frauen waschen sich und eine Gruppe Kinder beobachtet fasziniert den Bagger, der auf der Straße zu Gange ist.

Das ist Gabriella, mit der ich momentan unterwegs bin. Auf dem Foto ist ein dezenter Hinweis auf ihr Heimatland versteckt.wpid-2014-11-15_19.20.05.jpg

Ab nach Laos

Von Chiang Mai aus buchte ich die Slowboattour nach Luang Prabang.
Zuerst ging es mit dem Minivan nach Chiang Khong. Der Fahrer heizte durch die Berge und schnallte sich nur an, wenn eine Verkehrskontrolle in Sicht war. Wer zu langsam war und den Weg versperrte, wurde mit verschiedenen Melodien weggehupt.
Wir machten einen kurzen Zwischenstopp im Wat Rong Khun in Chiangrai, der aussiehst wie der Palast der Schneekönigin.

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Das Innere ist in erstaunlich ruhigen Gelbtönen gehalten. Auf dem Wandbild kämpfen Batman, Spiderman, Superman, Elvis, Michael Jackson und der Kungfupanda Seite an Seite, leider darf man dort keine Fotos machen.

Nach einer Übernachtung in Chiang Khong ging es über die Grenze. Schon dort wurden wir mit der laotischen Langsamkeit konfrontiert. Anstellen an dem einen Schalter um Pass und Foto abzugeben, danach wieder anstellen um die Visagebühr zu bezahlen und den Pass abzuholen. Unser Guide hielt eine Rede darüber wichtig es ihm wäre dass wir uns wohl fühlen, eine tolle Zeit in Laos haben und dass er sich um gute Plätze im Slowboat für uns kümmert, danach verkaufte er Reservierungen für Hotelzimmer in Pakbeng … Nun war das Boot aber schon voll als wir ankamen und die anderen Reisenden entnervt, da unsere Gruppe fast 2 Stunden zu spät kam. Die „reservierten“ Plätze gab es gar nicht, da die ausrangierten Bussitze gar nicht nummeriert waren.
In gemächlichem Tempo fuhren wir auf dem Mekong nach Pakbeng.
imageDie Landschaft war schön, änderte sich aber nicht wesentlich. Viel Grün, Wald, Sandbänke, Wasserbüffel, nur einzelne Hütten mit spielenden winkenden Kindern und einfache Holzboote. Es blieb also viel Zeit um die Mitreisenden kennenzulernen und dösend die vorbeiziehenden Hügel zu beobachten.
In Pakbeng traf uns die laotische Gastfreundlichkeit wie ein Schlag ins Gesicht. Der Wagen, der uns zum Guesthouse bringen sollte, nahm nicht alle mit und so hetzte uns ein grantiger Laote mit den Rucksäcken den Hügel hinauf. Mein Fuß und ich fanden das gar nicht witzig. In der Unterkunft ging der Ärger und das Gezicke weiter. Zumindest hat er alle Gäste gleich angemault.

Am nächsten Morgen ging es schon früh los nach Luang Prabang mit einem kleineren, aber nicht weniger lauten Slowboat. Langsam wurde der Mekong breiter, die Felsen höher und die Hütten und Häuser etwas zahlreicher.
Wir kamen überraschend früh in Luang Prabang an, bisher waren die Zeitangaben eher ein grober Anhaltspunkt. Da das Boot 10 Kilometer vor der Stadt anlegte, waren natürlich einige Tuk-Tuks zur Stelle. Hier zeigte sich nun die hoffentlich wahre Gastfreundlichkeit Laos. Es ergab sich eine Mitfahrgelegenheit in die Stadt und der nette Herr lehnte tatsächlich jegliche Bezahlung ab. Leider war in seinem Hotel kein Zimmer mehr frei.