Schlemmen in Mexiko

Nach der brasilianischen Küche kommt mir das mexikanische Essen fast leicht vor. Hier sind einige meiner Lieblingsessen, auf die ich mich schon seit Monaten gefreut hatte.

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Tacos al Pastor

Tacos sind vielfältige Klassiker und es gibt sie an jeder Ecke. Die Tortilla, ein dünner Fladen aus Mais- oder Weizenmehl, wird mit Fleisch und beliebigen anderen Zutaten belegt.

Quessadillas schmecken zu jeder Tageszeit. Die Tortilla wird mit Käse und variablen weiteren Zutaten wie Fleisch oder Gemüse belegt. Am liebsten mag ich Quesadillas con flor de la calabaza. Die Gelben Kürbisblüten werden mit Zwiebeln angebraten und ergeben so eine saftige Füllung.

IMG_2381Mole ist eine dunkelbraune dicke Sauce, die aus einer Paste aus verschiedenen Chilis, Nüssen und Schokolade hergestellt wird. Typischerweise wird sie mit gekochtem Hühnerfleisch und Reis genossen. Mole schmeckt aber auch mit Enchiladas, Tortillas gefüllt mit Hühnerfleisch, sehr lecker.

IMG_2230Chiles en Nogada haben jährlich nur einen Monat lang Saison und die Mexikaner freuen sich das ganze Jahr lang darauf. Eine große grüne ganz bestimmte Sorte Paprika (Poblano) wird mit einer süßlichen Mischung aus Hackfleisch, Rosinen und Trockenfrüchten gefüllt. Dazu gibt es eine helle Soße mit Sahne und Nüssen. Obenauf werden dekorativ ein paar Granatapfelkerne gestreut. Gegessen wird das Nationalgericht kalt und manchmal kann die Paprika auch recht scharf sein.IMG_2601

Xochimilco

IMG_2727Meine Freundin Erika hat mich für einige Tage bei sich aufgenommen. Am Sonntagmorgen frühstückten wir ausgiebig mit ihrem Freund Louis und fuhren danach mit ihren Eltern nach Xochimilco, die mexikanische Antwort auf den Spreewald. Ein schöner Ort um den Sonntag mit Familie und Freunden zu verbringen. Als ich vor 19 Jahren zum ersten Mal hier war, waren die Boote noch mit Blumen geschmückt. Heute sind es bemalte Bretter oder Papierblüten.
Wir fahren in unserem Kahn den Kanal entlang und stoßen immer wieder gegen andere Boote. Ich fand es herrlich die Leute zu beobachten. Es wurden Geburtstage gefeiert, auf dem Kahn getanzt und eine ganze Familie knabberte Maiskolben.
Die Mariachis fahren auf eigenen Booten neben ihren Zuhörern her oder machen eine Pause mit deftigen Snacks. Die Verkäufer steuerten ihre Kähne mit bunten Souvenirs, Bonsaibäumen, Maiskolben oder Getränken zwischen den anderen hindurch.

Abends kehrten wir in die schicke Antigua Hacienda de Tlalpan zum Abendessen ein und beobachteten die Pfauen im Hof.

Muchissimas gracias por todo, Erika! Espero que nos vamos a ver pronto!

Der Abschied

IMG_2705Nach einem großen Abschiedsessen mit der Familie und einem grandiosen Käsefondue, das für mich aus der Schweiz organisiert worden war, war es leider schon Zeit für Mutti und Wolfgang zurück nach Deutschland zu fliegen.

 

Vielen lieben Dank an alle für die wundervollen Tage und Erlebnisse!
Mein ganz besonderer Dank gilt Christel, Matty und Günther für die liebevolle Planung und deren Umsetzung!

Am Meer

IMG_2608In Puerto Vallarta verbrachten wir ein paar Tage am Meer. Leider ist die Stadt bei den US-Amerikanern sehr beliebt und dementsprechend ist das Angebot auf jene Zielgruppe ausgelegt. Die Preise sind in Dollar ausgezeichnet und wir wurden grundsätzlich auf Englisch angesprochen. An jeder Ecke will jemand etwas verkaufen. Die Taxifahrer sind so aufdringlich wie in Südostasien, die Taxifahrt aus der Stadt kostet das Doppelte wie die Anfahrt. Vor der Kirche wurde ich angesprochen, was wir uns denn heute so ansehen wollen. Es stellte sich heraus, dass der gute Mann Tourguide ist und mir eigentlich eine Stadtführung andrehen wollte. Wir liefen einen Hügel hinauf, auf der Suche nach einer schönen Aussicht, und wurden prompt gefragt ob wir nicht ein Haus mieten wollen. Aber andererseits haben wir auch ein paar schöne Souvenirs gefunden und bummelten durch die Stadt.IMG_2590

Wir fanden ein gemütliches Buffett-Restaurant und genossen neben der großen Auswahl auch die Klimaanlage. Wolfgang lobte das ausgezeichnete Fleisch, das beste, das er bisher in Mexiko gegessen hatte. Es war wirklich gut, nur war es Soyafleisch, denn wir aßen in einem vegetarischen Lokal.

IMG_2699Wir verbrachten einen Tag in Yelappa. Das kleine Dorf erreicht man mit einem Taxiboot. Das Dorf an sich ist weder besonders schön noch interessant, aber es gibt einen hübschen Wasserfall, der zum Baden einlädt. Auf dem Weg zum Strand mussten wir einen Wasserlauf überqueren. Zum Glück zog uns ein älterer Herr namens Valentin in seinem Kahn auf die andere Seite. Er stapfte neben uns her durch das trübe Wasser bis zum Strand.

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Am 15 . September wird der der Dia de la Independencia, der Unabhängigkeitstag gefeiert. Schon seit Wochen sind die IMG_2375zentralen Plätze Mexikos in den Nationalfarben geschmückt und überall werden passende Accessoires verkauft. Am Abend des 15. tritt der Präsident um 23:00 auf den Balkon des Nationalpalastes am Zócalo in Mexiko-Stadt und verkündet „Viva México! „. Dieser grito, wird im ganzen Land gefeiert. Es gibt Konzerte und Feuerwerk.
IMG_2586Mittags zog auf der Uferpromenade eine Parade vorüber. Darunter auch viele Reiter in typischen Trachten. Auch einige Kinder waren dabei. Allen sah man an wie sehr ihnen die unerbittliche Mittagssonne zusetzte.
Wir feierten in einer Sportsbar. Den engagierten, aber noch SAM_9457unerfahrenen Kellner überforderten wir mit unseren vielen Fragen zum Menü.
Wolfgang entdeckte Micheladas (Bier mit Zitronensaft, Tabasco und Salzrand). Mutti und ich hielten uns eher an Margaritas. Es gab herrlichen gegrillten Fisch und Tostadas mit Ceviche.

Ein schönes Video über Mexiko: Asi se siente México

Der eigentliche Feiertag ist der 16. September. Dieser kam wie alle Feiertage wieder ganz überraschend. Vor zwei Wochen hatte ich unsere Rückflüge in die Hauptstadt gebucht. Eine Woche später wurde mir mitgeteilt, dass der Flug um mehrere Stunden verschoben wird. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass der internationale Flughafen in Mexiko-Stadt für 5 Stunden geschlossen wird, da -wie jedes Jahr- eine Flugschau stattfindet. Auch mit der imaginären 90-jährigen Dame, die unter keinen Umständen so spät fliegen kann und einen straffen Zeitplan einhalten muß, hatte niemand Mitleid. Danke Matty, es war großartig dir beim Telefonieren zuzuhören!

In den bunten Gassen von Guanajuato

IMG_2530Ich liebe diese Stadt!

Guanajuato hat sich in den letzten Jahren ein wenig verändert, die großen amerikanischen Fastfoodketten sind eingezogen und es gibt sehr
viel mehr Souvenirläden. Die Atmosphäre
ist aber unverändert. Bei den vielen kleinen Gassen fällt die Orientierung schwer. Aber vielleicht muss man sich hier einfach verlaufen. Das macht nichts, denn die Stadt ist klein genug, man landet doch immer an einem bekannten Platz.IMG_2457

Ab jetzt bin ich der alleinige Fremdenführer und wir reisen, so wie ich es eigentlich gewohnt bin, mit dem Bus.
Ich hatte mir vorgenommen mit Mutti und Wolfgang ins Hostel zu ziehen. Bisher wurden wir von der Verwandtschaft verwöhnt. Die beiden sollten jedoch einen Einblick gewinnen wie ich auf dieser Reise „wohne“. Zuerst wollten die beiden lieber nicht das Hostel mit den vielen Treppenstufen beziehen. Die Alternativen waren aber deutlich weniger ansprechend. Das Casa de Dante liegt an einer Gasse, die nur aus einer Treppe besteht. Es ist nur Treppauf oder Treppab erreichbar. Zum Glück entpuppte sich das Hostel als echtes Goldstück. Wunderschön dekoriert mit bemalten Fliesen und kräftigen Farben, einer Dachterrasse mit Aussicht über die Stadt und aufgeschlossenen Bewohnern. Obendrauf gab es noch ein wunderbares umfangreiches typischmexikanisches Frühstück.

IMG_2480Wir erkundeten die vielen schönen Plätze der Stadt und die verwinkelten Gassen. Am Jardín de la Unión tummeln sich den ganzen Tag lang die Mariachis, sie singen gegeneinander an oder dösen auf den Bänken. Vor dem Theater unterhält ein Pantomime die Passanten. Wenn man lange genug auf den Stufen des Theaters sitzt, kann man die ganze Stadt beim Flanieren beobachten.

IMG_2545Wir machten unsere eigene Schlemmer-Tour. Zum Mittagessen probieren wir in den Garküchen am Mercado Hidalgo Pozole (Eintopf mit gekochtem Mais).
Zwischendurch kosten wir Eis mit Tequilageschmack und Horchata, ein erfrischendes Getränk aus Reis mit Zimt, das schmeckt wie Milchreis. Wie jeden Tag besuchten wir die IMG_2487Chocolaterie Xocolatl, und probierten uns durch die verschiedenen Pralinen, heiße Schokolade mit Chili und Kardamom. Auf der Straße gibt es Mais mit Mayonnaise oder Crème fraîche mit Käse und scharfer Sauce. Als krönenden Abschluss entschieden wir uns gegen das schicke Restaurant und für unwiderstehliche Tacos al Pastor.
Abends nahm ich an einer Callejoneada teil. Studenten in Verkleidung spielen Volkslieder und führen die IMG_2415Teilnehmer durch die Straßen. Sie machen Witze, tanzen und erzählen Geschichten über die Stadt. Dazu gibt es einen Keramikbecher und etwas zu trinken. Leider regnete es. Wir drängten uns in eine überdachte Gasse und zogen durch die Tunnel. In Guanajuato gibt es wenig Autoverkehr, die Straßen sind einfach zu eng. Daher ist die Stadt untertunnelt um dem Touristenaufkommen Herr zu werden. Es war ein lustiger Abend. Dabei lernte ich Odelia aus Monterrey kennen, mit ihr erkundete ich in den nächsten Tagen das Nachtleben der Stadt.

Haus am See

In Valle de Bravo bin ich immer wieder gerne. Nach der Großstadt ist es hier entspannend ruhig. Das Dorf scheint ein bisschen verschlafen. Auf dem Markt verkaufen indígenas (Eingeborene) handgemachte Tortillas, Obst und Gemüse. Auf der Plaza de la Independencia stehen die Schuhputzer mit ihren Wagen und warten geduldig auf Kundschaft.
IMG_2291Wir wohnen bei Günther und Matty in ihrem schicken Haus mit Blick über den See und lassen uns verwöhnen. Schon am Morgen gibt es ein ausgiebiges Frühstück auf der Terrasse. Neben Obst und Gebäck gibt es etwas Deftiges wie Enchiladas (Tortillas in Sauce gebacken) oder Tamales (gedämpfte Maispasteten).

IMG_2346Das Mittagessen wird noch umfangreicher zelebriert. Im Garten gibt es la botana (Appetithäppchen), bestehend aus Käse, Crackern, Nüssen, Austerncreme, Schinken, dazu Wein oder Tequila.
Eigentlich bin ich schon satt, aber nun gibt es den Hauptgang: Lasagne mit Huitlacoche (Ustilago maydis, dt. Maisbeulenbrand) mit Salat. Zuletzt gibt es buñuelos con miel de pilocillo (frittiertes Gebäck mit selbstgemachtem Zuckerrohrsirup). So zieht sich das gemütliche Essen über den ganzen Nachmittag, während wir Familiengeschichten austauschen.

Viva la vida mexicana!

IMG_2288.JPGBei einer Spritztour mit dem Motorboot genießen wir die Aussicht auf die Umgebung aus einem anderen Blickwinkel.

Mit Barbara fahre ich mit ihrem Segelboot hinaus auf den See. Die Sonne scheint, der Wind weht und ich darf ans Steuer!
IMG_2303Sie ist Hebamme und vor einigen Jahren gab sie mir eine Führung durch eine Privatklinik in Mexiko-Stadt. Die marmorne Eingangshalle erinnerte eher an ein Einkaufszentrum, die Zimmer an ein Sternehotel. Als ich hier zum ersten Mal bei einem Kaiserschnitt zusehen durfte, war der werdende Vater anwesend, filmte die ganze Prozedur und sein Handy gab den passenden Soundtrack dazu.

Auf Mexikos Strassen

Nach dem Familienessen bei Axelle fuhren wir mit Günther und Matty nach Valle de Bravo.

IMG_2240Als wir aus Mexiko-Stadt losfuhren, begann es gerade heftig zu regnen. Nicht mehr weit vom Ziel entfernt, lag ein faustgroßer Stein auf der Autobahn. Dies kommt hier öfter mal vor, nur hat uns jener Stein dummerweise nicht nur einen, sondern gleich zwei Reifen zerfetzt.
Zum Glück ließ sich ein Abschleppwagen organisieren, der uns abholte. Da wir zu fünft im Auto saßen, gab es im Fahrerhäuschen nicht genug Platz für uns. Es wurde aber schon dunkel und fing erneut an zu regnen. Da blieben wir eben alle im Auto sitzen. Die Rampe senkte sich und wir wurden mit Blick gen Himmel auf den Abschleppwagen gezogen. Vor uns leuchtete das orange Warnlicht. Von hier oben genossen wir die ungewohnte Aussicht und nahmen die Schlaglöcher noch viel intensiver wahr. Es hatte etwas von Achterbahn.

Währenddessen war Matty schrecklich nervös, Günther auffallend still und grummelig. Erst später am Abend erzählten sie mir, dass sie sich Sorgen gemacht hatten wir könnten überfallen werden. Die Stein-Nummer ist eine bekannte Masche um Autos auszurauben. Dieses Detail übersetzten wir lieber nicht ins Deutsche…Sorry, Mutti.

Zurück in Mexiko


Es ist schön wieder hier zu sein!

Mein letzter Besuch liegt schon über 4 Jahre zurück. In der Vergangenheit habe ich mehrfach einige Monate in Mexiko verbracht und auch diesmal fühlte es sich an wie nach Hause kommen.
Die Familie hieß mich herzlich willkommen und es war fast als sei ich nie weggewesen. Ich treffe Verwandte, Freunde und ehemalige Kollegen, lerne den Nachwuchs kennen und erfahre was sich hier in der Zwischenzeit getan hat. Ich bin bei manchen Wiedersehen zutiefst gerührt und von einigen Neuigkeiten überfordert.

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Nur ein paar Tage nach mir landeten Mutti und Wolfgang in Mexiko. Die nächsten Wochen verbrachten wir gemeinsam mit der Familie und besuchten ein paar schöne Orte.

Am ersten Tag erkundeten wir das schöne Coyoacán. Wir schlenderten über das Kopfsteinpflaster durch die malerischen Gassen mit den Kolonialbauten. Wir schauten im Kuturzentrum einem Bildhauer über die Schulter, naschten Churros (frittiertes Spritzgebäck) und in der hübschen Kathedrale erstand Christel spontan geröstete Grillen, die es am Abend als Snack gab. Mutti und Wolfgang haben diese Spezialität übrigens ganz ungerührt probiert…

Auf den Spuren von Frida Kahlo besichtigten wir das Casa Azul,
ihr Elternhaus, in dem sie mit Diego Riviera lebte. Heute ist das blaue Haus
IMG_2196.JPGein Museum. Es bietet Einblicke in das bewegte Leben und Werk der Künstlerin.
Eine Tour durch das Zentrum führte uns in ein Café mit bestem Blick auf Bellas Artes und auf die laufende Demonstration -mit viel nackter Haut- gegen die Korruption der Regierung.
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