Die Stadt der Pinguine

Oamaru ist ein ganz besonderes Städtchen. In der gemütlichen Altstadt finden sich die verschiedensten Läden mit Kunsthandwerk und Geschenken. In der Nacht laufen Pinguine über die Straße.
In der Altstadt hat jeder Laden seinen ganz eigenen verschrobenen Stil. Dazwischen liegen Gallerien und einige interessante Buchläden.
Im Steampunk HQ sind zahlreiche maschinenartige Metallungetüme ausgestellt. Es gibt eine Orgel, die Geräusche aus einer anderen Welt macht und im Portal bimg_7933ietet sich eine wunderschöne Lichtshow. Schon vor dem Gebäude steht eine Eisenbahn, die nach Münzeinwurf raucht und Feuer speit. Eine sehr interessante Ausstellung.

Eine Verkäuferin beschrieb Steampunk  als die Zukunft wie sie niemals war. Man nehme den viktorianischen Stil, stelle sich die Zukunft aus dem damaligen Blickwinkel vor und mischt noch etwas Punk dazu.

Aber eigentlich kam ich wegen der Pinguine in die Stadt.

Am Bushy Beach nisten nur noch wenige Gelbaugenpinguine. Da trotz Hinweisen und Schildern immer wieder ignorante Touristen am Strand herumspazieren, ließ sich keiner blicken. Die scheuen Tiere bleiben einfach im Wasser, wenn Störenfriede am Strand sind. Leider müssen dann die Küken hungern.
imageIn der Stadt leben die little Blue Penguins. Da sich damit viel Geld machen läßt, wurde die Little Blue Benguin Colony eröffnet. Hier werden die zahlenden Touristenscharen für eine Show angekarrt. Die Pinguine werden angefüttert und kehren pünktlich zum Termin Heim. In der Altstadt und direkt vor dem Gelände der Kolonie tummeln sich aber auch eine ganze Menge Pinguine. Da sich die zahlenden Gäste zurecht veräppelt fühlen, hat die Stadt versucht die Pinguine mit Zäunen aus der Altstadt fernzuhalten. Bäume wurden gefällt und es wurden Büsche abgebrannt. Da gab es eine ganze Reihe verwirrter Pinguine, die hinter dem Zaun einen langen Umweg nehmen mußten und wieder hungrige Küken. Es gibt immernoch einige unbelehrbare Pinguine, die außerhalb des Showgeländes leben.
Nach Sonnenuntergang kehren die Männchen, die tagsüber Fischefangen waren, zurück zum Weibchen und den hungrigen Küken. Am Pier klettern sie über die Steine aus dem Wasser und laufen Richtung Altstadt. Sie watscheln mit nach vorn gebeugtem Kopf und  sehen aus als könnten sie jeder Zeit vornüberfallen, dabei wackeln sie mit dem Schwanz hin und her. Einfach unglaublich niedlich! Mit Jojo aus Taiwan setzte ich mich auf den Weg und nach einigen Minuten watschelte ein Pinguin auf uns zu und an uns vorbei. In der Stadt am Penguin Club (-wirklich!) Setzten wir uns auf die Straße und beobachteten das Küken und einen erwachsenen Pinguin vor ihrem Häuschen.

Bevor ich weiter nach Christchurch fuhr, machte ich mit ein paar Mädels einen Ausflug zurück in den Süden nach Moeraki. Hier liegen am Strand ein paar kugelrunde Steine, die wie Murmeln aussehen, die Moeraki Boulders.
Ein Stück entfernt an einem Leuchtturm gibt es ein kleines Reservat für Gelbaugenpinguine. Hier konnten wir sie sie sogar tagsüber sehen und das ganz ohne Tour. Wir liefen ein Stück an Weideland vorbei und da standen sie auf einem Hügel in der Sonne. Weiter unten am Wasser spielten Seelöwen in einem Pool zwischen den Felsen.img_7984

Dunedin

Dunedin ist eine sympathische Studentenstadt, in der ich mich sofort wohl fühlte.
Der Botanische Garten wurde mit viel Liebe zum Detail angelegt, es ist der älteste des Landes. Der südafrikanische Garten duftet umwerfend. Auch hier gibt es einen herrlichen Rosengarten, der mit einer großen Vielfalt aufwartet.

Das Gelände der ältesten Universität des Landes ist ebenfalls einen Besuch wert. Auf dem Weg dorthin läuft man an den Straßenzügen mit kleinen Häuschen vorbei, die als Studentenunterkünfte dienen.image

Die Baldwin Street hält den Rekord der steilsten Straße der Welt. Der Aufstieg lohnt sich schon allein wegen des cleveren Wandbildes ganz oben.

Ich lief den Street Art Trail ab, einen besonderen Stadtrundgang. Internationale Künstler hinterließen ihre Handschrift auf den Wänden der Stadt. Auf der Suche nach den Wandbildern sah ich auch in viele schrammelige Hinterhöfe und sah so Dunedin von einer ganz anderen interessanten Seite.
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Ein Stück außerhalb der Stadt liegt die Otagohalbinsel. Hier leben die einzigen auf dem Festland nistenden Albatrosse. Im Royal Albatross Centre erfährt man auch interessante Fakten zum Leben der Pinguine und Robben, die auch auf der Halbinsel leben. Direkt daneben kann man auch tagsüber faule Robben beobachten oder die Albatrosse fliegen sehen. Sie nisten alle 2 Jahre und kehren an ihren Nistplatz zurück. Albatrosse fliegen an einem Tag bis zu 500 Kilometer und werden 50-60 Jahre alt.

Ich wusste noch nicht ob ich eine andere Chance bekommen würde Pinguine zu beobachten. Also entschied ich mich dazu eine Tour im Penguin Place, einem Reservat für Gelbaugenpinguine, zu buchen, die vor Ort sehr viel günstiger ist. Aktuell gibt es im Reservat 7 Nester und ein Jungtier. Da die Tiere am frühen Abend vom Fischen zurückkehren, ist dann die Chance größer mehr Pinguine zu sehen. Es gibt auch ein Krankenhaus, in dem verletzte oder unterernährte Pinguine behandelt werden.img_7632

Das Reservat entstand 1985 als Teil einer Schaffarm. Der Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes; Māori: Hoiho) ist der einzige antisoziale Pinguin und deswegen ist er auch vom Aussterben bedroht. Auf der Südinsel Neuseelands gibt es noch 700 und insgesamt nur noch 3000 Gelbaugenpinguine. In den letzten Jahren schrumpfte die Population trotz aller Bemühungen. Wenn der Gelbaugenpinguin von seinem Nest aus einen Artgenossen sehen kann, wird er an dieser Stelle nicht nisten. Kehren die Eltern am Abend vom Fischen zurück und sehen sie am heimatlichen Strand zum Beispiel Seelöwen, ahnungslose oder ignorante Touristen, dann warten sie solange im Wasser bis die Eindringlinge verschwunden sind. Leider verhungern die Jungtiere, wenn sie zu lange auf Nahrung warten müssen. Deswegen ist der Strand im Reservat exklusiv für Pinguine reserviert. Gerade als wir den Aussichtspunkt mit Blick auf den Strand erreichten, watschelte der erste Heimkehrer aus dem Meer. Durch ein halbunterirdisches Gängesystem liefen wir zum Ausguck. Die Beobachtungshütte liegt halb unter der Erde und die Sichtöffnungen sind schmal, so wirken wir für die Pinguine ganz klein und ungefährlich. Die Pinguine ließen sich am Strand viel Zeit, genossen die Sonne und putzten sich. Dann endlich schlenderte der Erste an unserer Hütte vorbei Richtung Nest. Leider lief er nun doch recht flott und schon war er weg. Auf dem Rückweg besuchten wir die weniger scheuen Zwergpinguine (Eudyptula minor, engl. Little blue Penguins).

Wilde Geschichten von unterwegs

Das schöne am Reisen sind die vielen Bekanntschaften. Von Mitreisenenden hört man immer wieder abenteuerliche Stories. Wie viel Wahrheit noch dahinter steckt, ist schwer zu sagen. Eine der Geschichten fand ich so witzig, dass ich sie mit euch teilen möchte.

Zwei amerikanische Jungs sind in Rio de Janeiro feiern und laufen nachts, hackedicht, durch die Straßen. Da kann man schon fast erwarten überfallen zu werden. Und so kam es dann auch. Zwei Brasilianer bedrohten sie, nahmen ihnen die Brieftaschen ab und verschwanden hinter der nächsten Straßenecke. Dort stellten sie wohl fest, dass beide Geldbeutel komplett leer waren, nicht mal Kreditkarten fanden sie darin. Da kehrten sie wieder um und luden die beiden Amis, die ja offensichtlich noch ärmer dran sind als sie selbst, zu sich nach Hause ein. Dort tranken sie gemeinsam weiter…

SAM_9441Als ich nach Brasilien reiste, habe ich schon fast damit gerechnet irgendwann überfallen zu werden, oder dass zumindestens mein Handy geklaut wird. Ob man will oder nicht, hat doch jeder seine Vorurteile gegenüber unbekannten Ländern, die meist nicht viel mit der Realität zu tun haben. Es mag wohl stimmen, dass man in Brasilien umsichtiger und bisweilen vorsichtiger sein sollte als in anderen Ländern, aber das sollte auf keinen Fall davon abhalten dieses faszinierende Land mit seinen gastfreundlichen Bewohnern zu besuchen. Ich erlebte eine wundervolle Zeit in Brasilien und möchte noch viel mehr von diesem farbenfrohen Land kennenlernen.

Ein steiniger Weg zum Milford Sound

IMG_7389Der Weg zum Milford Sound war schon immer beschwerlich und Captain Cook fuhr einfach am 15 Kilometer langen Fjord vorbei, da er nicht von der offenen See aus einsehbar ist. Zuerst nur über den Seeweg zu erreichen, wurde in mühevoller Schwerstarbeit von 1930 bis 1952 die Straße und ein Tunnel gebaut. Dennoch gibt es immer wieder schwere Steinschläge oder Lavinen, die den einzigen Anfahrtsweg unpassierbar machen.

Auch für mich war es nicht so leicht bis nach Te Anau, den nächstgelegenen Ort, zu gelangen. Nachdem ich in den letzten Tagen viel Glück beim Trampen hatte, sollte es heute von Queenstown nach Te Anau gehen. Ich erkundigte mich im Hostel wo ich mich am geschicktesten positioniere um eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Lustigerweise traf ich dort Fusako, mit der ich auch schon aus Wanaka nach imageQueenstown getrampt war. Wir hatten uns am Staßenrand getroffen, schon nach wenigen Minuten nahm uns eine junge Britin mit, die extra für uns nocheinmal umkehrte und sich über ein wenig Gesellschaft freute. Leider schienen wir dieses Mal weniger Glück zu haben. Es dauerte fast eine Stunde lang bis jemand anhielt. Es war der Rezeptionist, der mir den Tipp gegeben hatte. Er nahm uns zumindest bis zur Abzweigung Richtung Te Anau mit. Dort warteten wir erneut etwa eine Stunde lang. Leider kamen wir wieder nur einige wenige Kilometer weiter. Nun standen wir wirklich mitten im Nirgendwo. Alleine wäre ich vermutlich verzweifelt, da hier auch nur noch sehr wenige Autos vorbeifuhren. Aber es war noch früh am Nachmittag und wir machten das Beste daraus. Als uns schließlich David aus Tschechien mitnahm, wendete sich das Blatt. Er war in Queenstown zu einem Vorstellungsgespräch undIMG_7297 wohnt zur Zeit im nahegelegenen Kingston. Wir haben uns gut unterhalten und so entschloss er sich kurzer Hand mit uns nach Te Anau zu fahren. Dort luden wir ihn auf einen Kaffee ein. Als er in meinem Hostel mit dem Besitzer dessen Motorradsammlung anschauen konnte, war er wunschlos glücklich. Ich freute mich eher über die Alpakas, die nebenan grasten.

Zur Besichtigung des Milford Sounds wählte ich die bequeme Variante und buchte mit Fusako eine Tour. Der Bus fuhr uns mit vielen kleinen Fotostopps zum Hafen. Man wußte gar nicht wo man zuerst hingucken sollte. Unterwegs boten sich überall grandiose Aussichten mit wolkenverhangenen schneebedeckten Gipfeln und reißenden klaren Flüssen. Auf meinem Weg in den Süden Neuseelands wurden die Landschaften tatsächlich immer spektakulärer.

Das Highlight des Tages war die Bootsfahrt durch den Milford Sound. Die Felswände ragen teilweise steil auf, sind IMG_7407bewachsen mit Gräsern, Moosen und Bäumen. Das Boot näherte sich der Felswand bis das Spritzwasser des Wasserfalles uns in einen feuchten Nebel hüllte und auf der Wasseroberfläche Regenbögen sichtbar wurden. Auf großen Felsen sonnten sich ein paar Robben und wedelten mit den Flossen um sich ein wenig abzukühlen. Manchmal ist gar kein richtiger Wasserfall zu erkennen, das Wasser tröpfelt von oben über eine breite Fläche der Felswand und sucht sich über diverse Gräser umd Moose einen Weg nach unten.

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An Queenstown kommt niemand vorbei

Queenstown ist ein einziger (teurer) Spielplatz. Nirgendwo sonst gibt es soviele Angebote für adrenalingeladene Extremsportarten und sonstige Touren.
imageIch umging den Wahnsinn und wanderte, statt die Gondelbahn zu nehmen, den Hügel zu Fuß hinauf. Die Aussicht auf die Stadt und die Umgebung war wunderschön, aber ansosten war Queenstown nicht mein Fall. Der gehypte Burgerladen ist meiner Meinung nach überbewertet, allenfalls Durchschnitt. Aber die Cookiebar war umwerfend, schon allein dafür würde ich nochmal hinfahren.

Auf einen Sprung in Wanaka

IMG_7253.JPGIn Wanaka ist neben vielen schönen Wanderwegen auch die Auswahl an Extremsportarten groß. Ich hatte schon länger überlegt ob ich einen Fallschirmsprung wagen sollte. Nachdem es über den Gletschern leider wettermäßig nicht in Frage kam, wählte ich Wanaka aus. Tatsächlich war ich schon bei der Buchung schrecklich aufgeregt, vielleicht noch mehr als vor dem eigentlichen Sprung. Ich wurde morgens vom Hostel abgeholt und zum Flugplatz gefahren. Es war ein wenig unübersichtlich und ein Durcheinander von verschiedenen Gruppen. Ich wurde in den Anzug und die Ausrüstung gesteckt. Noch fix das „Sicherheitsvideo“ geschaut, der Informationsgehalt war eher gering. Nur nicht zuviel drüber nachdenken! Sonst überlege ich es mir doch noch anders. Mein Instructor kam in letzter Minute, noch ein Foto und ab ins Flugzeug. Die anderen waren schon drin und ich saß auf dem Boden direkt an der Klappe. Die Aussicht war großartig. Der Himmel leuchtete wolkenlos blau. Lake Wanaka, in der Ferne schneebedeckte Gipfel. Mount Aspiring und sogar der Mount Cook, Neuseelands höchster Gipfel, waren zu sehen. Vollends genießen konnte ich den Flug nicht, ich wurde immer nervöser. Die Sprunghöhe betug 12000ft ( etwa 3600 Meter!), das entspricht fast der Höhe des Mount Cook. Mein Tandemmaster schnallte sich an mir fest und wir rutschten Richtung Ausgang. Da ging auch schon die Klappe auf. Ich konnte mich kaum bewegen, wollte mich nur irgendwo festklammern. Es zog und heftiger Wind wehte mir ins Gesicht. Ich sah nach unten auf die kleinen Häuschen und Bäumchen. Nie im Leben werde ich da rausspringen! Ich konnte kaum die Sprungposition einnehmen und da ging es auch schon los. Kopfüber ins Nichts! skydive-wanaka-nz066.JPGWir machten eine Rolle und die Erde drehte sich einmal um uns, danach raste sie nur noch auf uns zu. Mein Kopf war ganz leergefegt. Ich wußte gar nicht wo ich hinsehen sollte, die Aussicht war einmalig! Der Fluss schlängelte sich blau schimmernd dahin. Ringsherum sah ich Fallschirme aufgehen. Da öffnete sich auch unserer. Tief durchatmen! Ich hab’s geschafft! Ruhig glitten wir durch die Luft zurück in Richtung Flugplatz. Nach ein paar Schlenkern landeten wir auch schon sanft auf dem Rasen.
Es dauerte eine ganze Weile bis ich realisierte was gerade passiert war. Erst danach war ich vollgepumpt mit Adrenalin und total aufgedreht.
Ich glaub ich muss es irgendwann nochmal versuchen!

Ab zu den Gletschern

Das Highlight an der Westküste sind der Franz Josef und Fox Gletscher. Ich konnte mich nicht entscheiden und besuchte ich sie beide. Am Vortag hörte ich, dass die Zugänge zu beiden Gletschern wegen des starken Regens geschlossen seien. Ich war positiv überrascht als ich im Dorf am Franz Josef Gletscher ankam. Es regnete nicht mehr und trotz dichter Wolkendecke war die Sonne deutlich spürbar. Ich lief also beschwingt Richtung Gletscher. Unterwegs lernte ich Eva aus Polen kennen. IMG_7076.JPGAls wir durch den malerischen Regenwald liefen, begann es allmählich erneut an zu regnen und wurde immer stärker. Am Parkplatz am Anfang der Wanderwege, trafen wir einen der Ranger. Er erzählte, dass diese Woche schon zweimal der neu angelegte Pfad zum Gletschertor vom Fluss weggespült wurde. Heute wurde auch wieder fleißig an einem neuen Weg gebastelt, dieser soll ja auch so nah wie möglich am Fluss verlaufen, damit die Wanderer eine schöne Aussicht genießen können. Normalerweise hält dieser Weg ein paar Jahre. Dieser Sommer sei allerdings außergewöhnlich, da es viel mehr regnet als normalerweise. Gerade als wir das Ende des aktuellen Pfades erreichten, hörte es auf zu regnen und die Sicht auf den Gletscher klarte rasch auf.
IMG_7152Am nächsten Morgen lugte ein wenig blauer Himmel durch die Wolkendecke. Mit Shay aus Oregon machte ich mich auf den Weg Richtung Gletscher. Leider war der neue Pfad noch nicht eröffnet. Wir spazierten zu Peter’s Pool, einem malerischen Gletschersee. Wir ließen uns Zeit den Anblick und die Stille zu genießen.
IMG_7173Nun war der Weg endlich freigegeben und ich lief den Pfad ein drittes Mal um noch einen anderen Blick auf den Gletscher zu bekommen. Je näher wir ihm kamen, desto deutlicher wurde das eisblaue Schimmern. Ein faszinierender Anblick. Leider konnten wir aus Sicherheitsgründen nicht weiter als 750 Meter an den Gletscher heran. Es ist erschreckend mit welcher Geschwindigkeit sich der Gletscher zurückzieht. Allein in den letzten Jahren hat sich die Aussicht stark verändert und der Weg wird immer länger.
Am Abend gingen wir auf den kleinen Wanderwegen am Ortsrand auf die Suche nach Glühwürmchen. Es war stockduster und wir fanden tatsächlich einige versteckte blauleuchtende Lichter.

IMG_7198.JPGNicht weit entfernt liegt der Fox Gletscher. Das Dörfchen ist etwas kleiner und die Besucherzahlen nicht ganz so hoch. Mein erster Tag hier war leider komplett verregnet und dichter Nebel hing über dem Ort. Am nächsten Tag wanderte ich zum Gletscher. Man kann zwar näher ran, aber der Franz Josef Gletscher hat mich mehr beeindruckt.

Bei Regen durch den Regenwald

IMG_6948.JPGIn Punakaiki machte ich den ersten Halt an der Westküste, die sich typisch verregnet zeigte. Ich hatte entgegen meinen üblichen Gewohnheiten im Vorraus geplant um einem Platz in dem verträumten Hostel Te Nikau Retreat zu bekommen. Zu meiner Hütte führte ein gewundener Pfad durch den Regenwald und ich schaute auch von der Küche aus ins dichte Grün.

Bei leichtem Regen wanderte ich ein Stück durch den verregneten Regenwald im Paparoa Nationalpark. Der Weg führte durch den saftig grünen Wald, über eine Hängebrücke und durch Weideland an ein paar Pferden vorbei. Die Sehenswürdigkeit von Punakaiki sind die Pancake Rocks. Sie  bestehen aus Kalk- und Sandstein. Die Schichten erinnern tatsächlich an gestapelte Pfannkuchen. Bei Flut läßt sich das Phänomen der Blowholes beobachten, das ich leider verpaßt habe. Im Gestein befinden sich Luftschächte, durch die bei Flut Wasser gepreßt wird und in Fontänen nach oben schießt. Das tiefe Grollen gefangener Luft war aber auch beeindruckend.

Daumen raus in der Golden Bay

IMG_6801Nördlich des Abel Tasman liegt die wunderschöne Golden Bay. Hier blieb ich in Takaka, einer kleinen Hippiesiedlung. In dem niedlichen Barefoot Hostel fühlte ich mich sofort wie zu Hause. Ich erkundete mit dem Fahrrad die Te Waikoropupu Springs. Die Quellen führen unglaublich klares Wasser mit Sichtweiten von 63 Metern. Mit Ivan aus Frankreich trampte ich zur nördlichen Spitze der Südinsel. Uns nahm ein sehr freundliches Ehepaar mit. Sie ließen sich auch nicht beirren, als Milch von Ivans Rucksack in den Sitz sickerte und wir zum Putzen anhalten mußten. Die beiden fuhren sogar an ihrem Heimatort vorbei und brachten uns bis zum Farewell Split. Hier nisten zahlreiche Vogelarten, um sie nicht zu stören darf man nur die ersten Kilometer betreten. Wir liefen bei Ebbe über die Landzunge mit den großen Sanddünen.IMG_6835 Der Rückweg führte über Farmland an friedfertigen Schafen vorbei. Nun mußte ich mich überwinden und trampte allein weiter zum Wharariki Beach. Am Strand hinter den Dünen leben Seebären (New Zealand Fur Seals). Zwischen Januar und September kann man die Jungtiere beim Spielen beobachten.Wie im Kindergarten tollen sie zusammen in einem kleinen Pool herum und beäugen die Touristen mit ihren riesigen Kulleraugen.

Am Ende des Tages kam ich nach insgesamt fünf sehr netten Fahrern, die mich mitgenommen hatten, wieder bei meinem Fahrrad an, das ich in der Nähe der Quellen zurückgelassen hatte. Ich war total kaputt, so schön wie es ist, nette Leute beim Trampen kennenzulernen, ist es doch anstrengend immer wieder auf´s Neue meine Geschichte zu erzählen.

 

Der Weg ist das Ziel

IMG_6739.JPGEin anderer beliebter Wanderweg ist der Abel Tasman Coast Track. Die 60 Kilometer können in 3-6 Tagen abgelaufen werden. Ich wanderte zwei Tagesetappen. Marahau ist der südliche Endpunkt des Tracks. Von hier lief ich mit fantastischen Aussichten auf das Meer und Buchten mit goldenen Sandstränden 12,5 Kilometer nach Anchorage und zurück. Zwischendurch zierten immer wieder kleine Wasserfälle den Wegesrand. Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Wassertaxi, diesmal wirklich, zur Torrent Bay. Diese Fahrt war sogar recht unterhaltsam. Vom Parkplatz aus fuhren wir im Boot auf dem Anhänger, gezogen von einem Traktor, zum Anleger. Wir fuhren an Adele Island vorbei und konnten ein paar Pelzrobben beobachten. Der Weg nach Onetahuti Bay begann durch den Regenwald. Von den Aussichten auf die kleinen Inseln und Buchten kann ich gar nicht genug bekommen. Ein Wehmutstropfen sind die lästigen Sandfliegen am Strand. Auf dem Rückweg mit dem Boot fanden wir noch ein paar Robben, die im Wasser spielten.

Da ist ein Kormoran, der wie ein Pinguin posiert. Die Leute sind immer ganz aufgeregt, wenn sie glauben einen Pinguin zu sehen – bis er fliegt.

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