Weinwunderland

IMG_6652.JPGMarlborough ist die bekannteste Weinregion des Landes. Von Blenheim aus bietet es sich an die Winzereien mit dem Fahrrad zu erkunden. Zusammen mit Sebastian machte ich mich auf den Weg durch die Weingegend. Da Sebastian auf Jobsuche war, nutzte er die Verkostungen um die Angestellten in Gespräche zu verwickeln. Am Ende des Tages hatte er ein Vorstellungsgespräch und ein Jobangebot für März in der Tasche. Nur ein paar Tage später fing er an für die exklusive Winzerei Cloudy Bay zu arbeiten. Da gerade Kirschenzeit ist, nahmen wir am Wegesrand noch süße Kirschen mit.
DIMG_6667ie Winzerei Forrest wurde von einem Ärztepaar gegründet. Eine Hausmarke heißt The Doctors. Wein auf Rezept? Das ist zumindest günstiger als Antidepressiva.

Sehr persönlich ging es in der kleinen liebevoll eingerichteteten Winzerei Gibson´s Bridge zu. Hier gab es hervorragende Weine direkt von der Gattin des Winzers.

Ab in den Süden

Mittlerweile habe ich schon viel Gutes von der Südinsel Neuseelands gehört. Mich hat der Norden schon außerordentlich begeistert und ich bin gespannt was mich hier erwartet.

Picton liegt an einem Arm der Marlborough Sounds, auf die man schon von der Fähre aus einen tollen Blick erhält. Es ist nicht viel los, aber ein guter Standort für Ausflüge in die Fjorde.

Zumindest einen Abschnitt des 70 Kilometer langen Queen Charlotte Tracks wollte ich laufen und arrangierte den Transport mit dem Wassertaxi, das mich am Ende der Tagesetappe wieder abholen sollte. Während ich den Tag organisierte, schloss sich Sebastian aus London spontan mit an. Dummerweise hat er am Morgen verschlafen und der pedantische Manager des Wassertaxis schickte das Taxi ohne uns IMG_6643.JPGlos. Wir sahen es davonfahren, als wir keine 5 Minuten verspätet den Anleger erreichten. So änderten wir den Plan und fuhren mit dem Auto nach Anakiwa, einem der Endpunkte des Tracks. Wir liefen 12 Kilometer bis zur Mistletoe Bay über den geschlängelten Pfad mit vielen schönen Ausblicken über die Buchten. Nach einer längeren Pause am Wasser machten wir uns auf den Rückweg und trafen Bekannte aus dem Hostel, die ihr Auto in der Nähe abgestellt hatten und uns mitnahmen. So fügte sich dann nach initialer Enttäuschung doch noch alles zum Guten.

 

Wellington

Mit dem Bus fuht ich die raue Küste entlang nach Wellington, meine letzte Station auf der Nordinsel. „Windy Welly“, wie die Hauptstadt von ihren Bewohnern auch genannt wird, zeigte sich von seiner sonnigen Seite.
IMG_6550In der Cuba Street reihen sich Restaurants, Bars und Geschäfte aneinander. Es gibt Restaurants aus aller Welt und die Auswahl fällt schwer.
Mit dem Cablecar ging es bergauf. Von oben lässt sich die ganze Stadt überblicken. Ich spazierte durch den ausladenden Rosengarten und den faszinierenden Friedhof zurück in die Stadt. Im Parlament nahm ich spontan an einer Tour teil. Neuseeland war 1893 übrigens das erste Land, das Frauen das Wahlrecht zusprach.

Das Nationalmuseum Te Papa breitet sich über sechs Stockwerke aus. Die IMG_6579Ausstellungen sind sehr vielfältig und anschaulich gestaltet, nur leider ist es etwas unübersichtlich. Es gibt unter anderem ein Häuschen, das Erdbeben simuliert, und eine konservierte Riesenkrake mit 495kg.
Super inszeniert ist die Ausstellung über die Beteiligung Neuseelands am ersten Weltkrieg. Gallipoli: The scale of our war. Eine sehr ungewohnt emotionale Darstellung mit vielen Einzelschicksalen, die beeindruckt, aber gleichzeitig auch kriegsverherrlichend wirkt. Faszinierend sind die überlebensgroßen detailverliebt gestalteten Figuren der Firma Weta. Die Ausstellung wird noch bis April 2018 laufen.

Art Decó in Napier

IMG_6495Ich war gespannt auf Napier, das im Stil des Art déco erbaut wurde. Ich hatte Glück und bekam mit Marcel noch einen Platz im wunderschönen Hostel in dem herrschaftlichen ehemaligen Criterion Hotel. Die Backpacker wirkten im ausladenden Salon unter Stuck und Kronleuter seltsam deplatziert.
1931 gab es in Napier ein starkes Erdbeben. Die Überreste der Stadt, die verschont blieben, fielen dem anschließenden Feuer zum Opfer. In sportlichen zwei Jahren wurde ein Großteil der Stadt wieder aufgebaut und Napier wurde zur derzeit modernsten Stadt der Welt.IMG_6502

IMG_6520Mit der Broschüre zur Art-déco-walking-Tour erkundeten Marcel und ich die Stadt. Mit dem Steinmetz an meiner Seite erfuhr ich sogar noch etwas über die Verarbeitung der Materialien. Besonders faszinierend war das Masonic Hotel, das wir uns auch von innen anschauen durften. Davor stand dekorativ ein Oldtimer, die sieht man auch öfter in dieser Stadt. Es war ein Stadtrundgang der besonderen Art, eine kleine Reise in die Vergangenheit. Jedes Jahr Ende Februar findet das Art Decó Festival statt, dann wirft sich die ganze Stadt in Schale und feiert den Stil vergangener Zeiten.

IMG_6533In der Nähe liegt ein weiteres der vielen Weinanbaugebiete Neuseelands, die Hawke’s Bay. Hier machte ich eine Weintour. Im Vergleich zu der tollen Tour in Mendoza, Argentinien, fand ich diese deutlich weniger informativ. Die Verkostungen fanden meist am Tresen statt, der Service bestand hauptsächlich am Transport zu den Weingütern. Wir besuchten die älteste Winzerei des Landes, die ehemals von Mönchen geführt wurde. Das Anwesen des Mission Estate liegt herrschaftlich auf einem Hügel mit einer tollen Aussicht. Zwischen den Reben grasen ein paar glückliche Schafe, sie IMG_6543fressen die Blätter, die den Trauben das Sonnenlicht rauben. Das Gelände der Ngawara Winzerei lädt mit seinem wunderschönen Park zum Picknicken ein.
Moana Park stellt seine Weine natürlich ohne Zusatzstoffe her. Hier probierten wir einen sehr leckeren 20 Jahre alten Tawny Port. Askerne ist ein kleines Unternehmen, das unter anderem tolle Dessertweine produziert.

 

Am Schicksalsberg vorbei durch Mordor

Von Taupo aus machten wir uns auf die Wanderung durch den Tongariro Nationalpark. Das Wetter war perfekt für das Tangariro Alpine Crossing. Leider dachten das auch viele, VIELE andere Wanderer. Die 19.4 Kilometer lange Tageswanderung soll zu den schönsten des Landes gehören. Vorbei an den Emerald Lakes, Fumerolen und dem Mount Ngauruhoe, dem Schicksalsberg aus Herr der Ringe.

20160105_101321.jpg

Der Shuttlebus brachte Marcel und mich zum Startpunkt. Hier reihten wir uns bei den anderen bunten Ameisen ein. Der Weg führte zunächst durch eine kahle Mondlandschaft hinauf Richtung Vulkan. IMG_6464.JPGDen Aufstieg zum Krater ersparte ich mir, die Wanderung war so schon lang genug für mich. Alle paar Meter gab es fantastische Aussichten auf den Schiksalsberg, die türkis schimmernden Emerald Lakes, einen eingestürzten Lavatunnel. So gab es immer einen Grund für eine kurze Pause.
Zuletzt führte der Weg in Kurven bergab durch die Steppe und schlängelte sich durch einen zauberhaften Wald. Total erschöpft, bin ich schon nach wenigen Minuten im Bus eingedöst.

image

Rotorua stinkt zum Himmel

Mit dem Shuttlebus fuhr ich weiter nach Whitianga auf die andere Seite der Halbinsel. Der Fahrer amüsierte sich köstlich über die parkenden Autos vor dem Lookout. Konnte man doch vor lauter Regen und Nebel nicht weiter als bis zum Straßenrand sehen, geschweige denn die Aussicht erahnen. Leider regnete es auch in Whitianga ununterbrochen.
Am Abend lernte ich im Hostel Marcel aus Dresden kennen, der mich am nächsten Tag mitnahm. Wir machten einen Abstecher zum Hot Water Beach. Dort sickert am Strand eine heiße Quelle durch den Sand. Hier kann man sich am Strand ein flaches Loch buddeln und im warmen Wasser baden. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, wenn man das heiße Wasser nicht mit kühlem Meerwasser mischt, gibt es schnell Verbrühungen. Wir kamen etwas spät, die Flut war schon zu nahe. Aber für angenehm warme Füße reichte es noch.
Wir fuhren weiter nach Rotorua. IMG_6381Wegen der geothermischen Aktivitäten umgibt die ganze Stadt ein mehr oder weniger dezenter Schwefelgeruch. Schon im Stadtpark gibt es einige Mudpools zu sehen. Faszinierend wie der graue Schlamm vor sich hin blubbert und immer neue Muster bildet. Es gibt einige klare heiße Quellen zu sehen, deren Wasser sprudelt. Der strenge Geruch ist jedoch überall präsent.

IMG_6313Im Whakarewarewa Forrest spazierten wir durch den Wald mit seinen Mammutbäumen und hatten einen guten Blick auf den großen Pohutu Geysir, der bis zu 30 Meter hoch heißes Wasser ausspuckt.

IMG_6319Wir fuhren weiter nach Süden. Unterwegs machten wir einen Abstecher zu einer heißen Quelle, dem Kerosene Creek. Wir badeten im angenehm warmen Wasser. Es war wie ein Spabesuch im Wald. Nur leider umgab uns danach auch dieser beißende Duft.
IMG_6348In der Umgebung gibt es eine große Auswahl an Parks in denen man die geothermischen Aktivitäten bewundern kann. Wir entschieden uns für den abgelegenen Geothermalpark Orakei Korako. Mit einer kleinen Fähre setzten wir über den Waikato River. Es war faszinierend auf der ausladenden Emerald Terrace die vielen leuchtenden Farben zu bewundern, die durch Mikroorganismen hervorgerufen werden.

 

Neujahr auf der Coromandel -Halbinsel

Zu Silvester fuhr ich mit Jayne & Ethan auf die malerische Coromandel-Halbinsel. Jaynes Pateneltern haben hier ein Wochenendhäuschen. Ich durfte in der Garage im Doppelstockbett schlafen.

Am letzten Tag des alten Jahres konnten wir noch einen windigen, aber sonnigen Strandtag in der Kennedy Bay genießen. Anschließend kletterten wir über einen elektrischen Zaun und schlugen uns zu einem erfrischenden Fluß durch. Die Umgebung hat mich unheimlich an die Prignitz erinnert. Am Abend machten wir es uns im Pavillon gemütlich und grillten in das neue Jahr hinein. Der Wind rüttelte am geflickten Pavillon, aber er hielt. Um Mitternacht wurde kurz gejubelt, in der Ferne war eine einsame Rakete zu beobachten. Jayne’s Vater erreichte das Grundstück überraschend und gerade noch rechtzeitig. Er begrüßte das neue Jahr mit einigen Schüssen aus der Shotgun.
Die ersten Tage des neuen Jahres waren schrecklich verregnet. Es schüttete ununterbrochen. Am ersten Januar passte das ganz gut zur allgemeinen verschlafenen Stimmung. Dummerweise sind die Zelte regelrecht abgesoffen. Was hab ich mich über meine Garage gefreut, die ich mir nur mit einem Gummiboot geteilt hab. Es gab ein großes deftiges Frühstück mit Speck und Rührei im gemütlichen Wohnwagen. Neben mehreren Nickerchen gab es von Patentante Lorna Erbsen-Kartoffelsuppe zum Aufwärmen. Dabei unterhielten uns die drei großen verspielten nassen Hunde und Jaynes niedlicher Neffe.
Am 2. Januar fuhren wir nach Coromandeltown. Hier sollte ein großer Markt stattfinden. Leider fiel dieser buchstäblich ins Wasser. Nur ein paar einsame Stände verteilten sich auf dem riesigen Areal. Die berühmten Muscheln der Gegend probierte ich in einer leckeren Paella.

Thank you so much for these unique holidays!!!
Sweet as!

Feiertage in Auckland

Als ich aus dem Norden zurückkehrte, zog ich bei Karen und Charlie ein. Ich hatte Karen mit Angela auf einem Parkplatz getroffen und sie lud mich spontan ein auch ein paar Tage in ihrem Haus in Strandnähe zu verbringen. Schon von der Terrasse kann man den Bethells Beach sehen. Dieser malerische Strand mit schwarzem Sand soll schon mehrfach als Filmkulisse gedient haben.IMG_6284
Abends besuchten Karen und ich ihre Freundin Kelly zu einem Weihnachts-Umtrunk. Wir saßen auf der Terrasse machten uns einen schönen Abend mit gutem Wein und Käseplatte.

Über die Weihnachtszeit hatte ich mir noch nicht viele Gedanken gemacht und stellte vor einigen Tagen schockiert fest, dass die Feiertage auf der Coromandel-Halbinsel komplett ausgebucht waren. Zum Glück lud mich die liebe Karen ganz herzlich dazu ein mit der Familie zu feiern.

Vorher wollte ich noch etwas von der Innenstadt Aucklands sehen. Ich habe auch noch nach Geschenken gesucht. Es gab einige niedliche Läden zu entdecken und viele Schnäppchen. Gefunden habe ich einen Tagesrucksack für mich (Danke Mutti) und eine Keksdose. Abends habe ich im trubeligen Hostel Weihnachtskekse für meine Gastgeber gebacken.

Im Albert Park duftete es herrlich und es gab eine Speaker’s Corner wie im Londoner Hyde Park. Da darf jeder, der Lust darauf hat, große oder kleine Reden zum Besten geben. Am Fischmarkt gönnte ich mir einen herrlichen Raw fish salad (so ähnlich wie Ceviche mit Kokosmilch) mit Blick auf den Hafen.

IMG_5579.JPGAuf dem Mount Eden war ich mit Angela und Chris. Von dort bietet sich ein Überblick auf die ganze Stadt.

Einen Tag lang verbrachte ich mit Karen im hübschen Devonport, ein Stadtteil Aucklands. Wir stiegen auf den Mount Victoria und blickten auf das Stadtzentrum. Danach stöberten wir in den niedlichen Läden und besuchten das Navy Museum.

IMG_5873Den bewölkt-verregneten Heiligabend verbrachte ich auf Waiheke Island. Mit der Fähre fuhr ich schon früh auf die Insel. Ich wanderte mit einem groben Plan über die Insel. Dabei lief ich kurze Teilstrecken des 100 Kilometer langen Inselrundweges. Ich stapfte durch Wetlands, an malerischen Buchten und Stränden vorbei. Dabei hatte ich immer wieder ein Weihnachtslied im Ohr, aber ansonsten kam beim Wandern keine Weihnachtsstimmung auf. Irgendwie bin ich versehentlich vom Wanderweg im Norden der Insel auf die südliche Route geraten. So war der Weg zu den Winzereien etwas länger. Mittlerweile hatte sich die Wolkendecke immer weiter zugezogen und es nieselte ein wenig. IMG_5870Ich probierte einige Weine, als es anfing so richtig zu schütten. Aber mit einem schönen Wein im Trockenen war das nicht so tragisch. Durch den Regen lief ich zur nächsten Winzerei nach nebenan. Da schließlich Heiligabend war, gönnte ich mir ein dekadentes Mittagessen. Das Wild war wirklich hervorragend.

IMG_5878Die Feiertage verbrachte ich bei Karen und Charlie. Am 25. Dezember gab es mittags ein Familienessen mit Karens Eltern, den Söhnen Ben und Ethan mit Freundin Jayne. Es war eine lustige Runde mit vielen derben Witzen.

Karren arbeitet für einen mobilen Streichelzoo, Old McDonald’s Farm. Wir machten am Nachmittag einen Abstecher um die Tiere zu füttern. Wir streichelten die Meerschweinchen, Kaninchen, Ratten, Ziegen und die Shetlandponys, die sich von hinten an uns heranschlichen.IMG_5898
Abends traf sich die Familie zum Weihnachtsgrillen bei Karens Bruder Martin. Bis auf den Weihnachtsbaum hätte es auch ein gewöhnlicher sommerlicher Grillabend sein können. Oma Loraine kippte mir beim gestenreichen imageErzählen ihren Wein über die Hose. Als Entschädigung gab sie mir das Rezept für ihr Pavlova…, das umwerfende Dessert aus Baiser und Sahne.
Am 26., dem Boxing Day, versengte ich mir die Füße im heißen schwarzen Sand von Bethells Beach. In der Sonne heizt sich der Sand auf und so kann man sich schon nach wenigen Schritten die Fusssohlen verbrennen. Im nassen Sand spiegelte sich der Himmel, in der Sonne glitzerte er und schimmerte dunkelblau.IMG_5907

IMG_6249Am Abend fuhr ich mit Karen zum Speedway zum Autorennen. Opa Rob ist mit seinen rüstigen 72 Jahren aktiver Rennfahrer. Die Boxen sind sowieso für Zuschauer zugänglich, aber so war es viel interessanter mitzufiebern und zuzusehen wie die ganze Familie bei den Vorbereitungen hilft und das Auto flott macht. Wegen der vielen Sicherheitsvorkehrungen dauert es eine ganze Weile den Fahrer in den Wagen einzubauen. Es gab mehrere Rennen in verschiedenen Klassen, auch Kinder von 10-12 Jahren fuhren in kleineren Rennautos mit. Wir beobachteten die Rennen von verschiedenen Standpunkten aus. In der Kurve, wo der Dreck fliegt, kann man auch mal den ein oder anderen IMG_6128Erdklumpen abbekommen. Es wurde allmählich dunkel und gleichzeitig staubiger. Während der letzten Rennen wurden wir mit dem rötlichen Staub bedeckt.
Es gab ein paar spektakuläre Unfälle, zum Glück ist den Fahrern nichts passiert. Sie stiegen allesamt unversehrt aus den Autos.
Weil es so schön war, bin ich zwei Tage später wieder zum Autorennen mitgekommen. IMG_6164Diesmal durfte ich mit dem Pushcar mitfahren, das sind die Jeeps, die die Rennwagen vor dem Rennen anschupsen, da sie nicht alleine starten können. Vom inneren Feld aus hatte ich einen sehr interessanten Blick auf das Rennen. Mittendrin statt nur dabei! Nur wird es einem auch schnell schwindelig, wenn man den Autos hinterherschaut.

imageEiner von Robs Helfern ist Dave, er lud mich ein mit ihm Segeln zu gehen. Es war ein sonniger Tag auf der Lou Anne. Ich steuerte sie durch die Untiefen am Riff vorbei hinaus Richtung Auckland. Wir setzten die Segel, aber leider kamen wir nicht sehr weit. Es gab kaum Wind. Trotzdem war es schön mal wieder auf dem Wasser unterwegs zu sein.

Der Abschied von Karen und Charlie fiel schwer, bei den beiden habe ich mich wie zu Hause gefühlt. Wir fuhren zum Abschied noch kurz zu den Großeltern Loraine und Rob. Rob zeigte mir stolz seinen Ford von 1946. Sogar für mich Autoignorantin war es ein aufregedes Erlebnis in diesem Liebhaberstück eine Runde zu drehen. Ohne Sicherheitsgurte und Blinker ratterten wir über die Landstraße.

Wie auch in Vanuatu wird der Feiertag, wenn er auf das Wochenende fällt, am Montag nachgeholt. Da dieses Jahr der 26. Dezember auf den Samstag fällt, wird Montag, der 28. ein Feiertag. Ich finde das sollten wir auch in Deutschland einführen!

Frohe Weihnachten!!!

Ich wünsche euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit! Schöne Feiertage mit der Familie und einen grandiosen Start in das neue Jahr.
image

So richtig kommt im neuseeländischen Sommer keine Weihnachtsstimmung auf. Immerhin habe ich ein paar Kekse backen können.

Das vergangene Jahr war war für mich eine Abfolge von immer wieder neuen Abenteuern, wundervollen Begegnungen und Erlebnissen. Die unglaubliche Gastfreundschaft, die ich an vielen verschiedenen Orten erleben durfte, hat mich immer wieder gerührt.
Vielen Dank an alle, die mich in diesem Jahr auf dieser Reise ein Stück begleitet haben!

Muchas gracias!
Muito Obrigada!
Vielen Dank!
Thank you very much!
Tankyu tumas!
Merci beaucoup!
Kia ora!

Durchs Northland

IMG_5602Ich fuhr weiter in den Norden. In Whangarai besichtigte ich drei Glühwürmchenhöhlen, die Abbey Caves. Schon die Umgebung war zauberhaft. Ich erkundete die Höhlen mit ein paar anderen Mädels. Wir fühlten uns wie Höhlenforscher als wir mit Stirnlampen durch die Dunkelheit tapsten. Wir wateten durch knöcheltiefes kaltes Wasser immer tiefer in die Finsternis. Zur Belohnung gab es einen grünlich schimmernden Sternenhimmel. Wow! Über einen wunderschönen gewundenen Pfad durch den Wald und am Fluss entlang wanderte ich am nächsten Tag zu den Whangarai Falls.

Im Hostel erzählte mir eine schottische Ärztin von ihren Erfahrungen im hiesigen Krankenhaus. Die Maori gehen oft schon recht früh von der Schule ab. Viele haben keinerlei Verständnis wie der menschliche Körper funktioniert. „Was sind Därme?“ Die Entscheidung ob man sich vielleicht doch besser bei einem Arzt vorstellt, wird in der Gemeinschaft gefällt. Wenn die Oma eher noch abwarten will, dann fügt man sich eben. Die Schottin erzählte von einem 26-Jährigen, der sich mit Herzinsuffizienz vorstellte. Er konnte schon seit zwei Wochen nicht mehr durchs Zimmer laufen, bis er zum ersten Mal vorgestellt wurde.

IMG_5638Von Tutukaka aus fuhr ich zum Tauchen zu den Poor Knights Islands. Ich war zum ersten Mal in so kaltem Wasser tauchen. Mit dickem Wetsuit und Kappe war es aber sogar für eine Frostbeule wie mich gut auszuhalten. Dafür war es zunächst eine Herausforderung den Auftrieb unter diesen Bedingungnen zu regulieren. Die Inseln sind ein Wasserschutzgebiet und werden als einer der schönsten Tauchplätze weltweit bezeichnet. Es gab einige große Skorpionsfische, grell bunte gemusterte Seeschnecken und ganze Schwärme von kleinen Fischen, die sich nicht von uns Tauchern stören ließen. Mich faszinierten die bunt bewachsenen steilen Felswände. Sie sehen aus wie ein farbenfrohes Gemälde aus Moosen und Gräsern. Nach dem Tauchen fuhren wir mit dem Tauchboot in die größte Meereshöhle Riko Riko und testeten das fantastische Echo.

Beim Tauchen lernte ich Christina und Luciana aus Brasilien kennen. Mit den beiden fuhr ich nach Kerikeri. Wir besuchten die Schokoladenfabrik, ein paar der Winzereien und genossen ein sehr gutes Mittagessen.
imageWir hatten Glück und fanden das niedliche Woodland Motel. Ich wollte unbedingt Weihnachtskekse backen und hier gab es eine üppig ausgestattete Küche mit zwei Öfen und viel Küchenzubehör. Eigentlich wollte ich Vanillekipferl backen, es wurden jedoch improvisierte Vanille-Mandel-Kekse mit Kokosöl. Lecker waren sie trotzdem.

IMG_5714Wir fuhren bis an die Spitze der Nordinsel zum Cape Reinga. Unterwegs gab es immer wieder wunderschöne Aussichten auf die raue Küste oder grüne Hügellandschaften. Der Wind blies uns um die Ohren als wir zum Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel liefen. Dort treffen sich der Pazifik und das Tasmanische Meer. Für die Maori ist dieser Ort von besonderer Bedeutung. An dem Baum, der an einem Hügel wächst, gleiten die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt hinab.
imageAuf dem Rückweg liefen wir über die Dünen von Te Paki und fühlten uns wie in der Wüste. Am 90 Mile Beach steckten wir die Füsse in das Tasmanische Meer. Auf der Halbinsel Karikari fanden wir einen tollen weißen Sandstrand und steckten die Zehen in den Pazifik. In Manganui probierten wir die berühmten Fish&Chips, die nach dem langen Tag sehr lecker schmeckten.
Abends kamen wir in Paihia an. imageObwohl der Ort recht touristisch ist, war er mir sofort sympathisch. Das lag sicherlich auch an dem gemütlichen Mousetrap Hostel mit seinen zwei Wohnzimmern.

In den Treaty Grounds von Whaitangi wurde am 6. Februar 1840 der Vertrag zwischen den Maori und den Briten unterzeichnet. Heute gibt es dort, nur einige Minuten von Paihia entfernt, ein Museum. Es bietet Einblicke in die Bräuche der Maori und deren Verhältnis zu den Siedlern vor und nach der Unterzeichnung des Vertrages.

Hier in der Bay of Islands wollte ich mal wieder segeln gehen und buchte einen Tag auf der Gungha II. Nicht lange nach dem Ablegen ließen sich die ersten Delfine blicken. Ich hab mich so erschrocken als plötzlich direkt neben mir ein Delfin auftauchte. Später begleitete uns eine Weile lang ein einzelner Delfin, der den Booten regelmäßig einen Besuch abstattet. Auf einer der vielen Inseln machten wir eine Pause und genossen die Aussicht auf die umliegenden Inseln und das leuchtend blaue Meer. Viel zu schnell verging dieser wunderschöne Ausflug.IMG_5827