Da wir uns seit Monaten nicht gesehen hatten, haben wir unsere Reise auch nicht besonders geplant. Es wäre definitiv stressfreier gewesen, das Auto im Voraus zu buchen, aber wir waren uns bis zuletzt noch nicht ganz über die Reiseroute im Klaren. Nach einigem Hin und Her konnten wir am Montagmorgen endlich telefonisch eine Buchung abschließen, sogar mit Onlinerabatt, und unser fahrbares Ferienheim schon ein paar Stunden später entgegennehmen. Bei der Abholung hatten wir wieder Glück und konnten noch einige Vorräte und andere nützliche Sachen von unseren Vorgängern mitnehmen.
Corinna wagte sich mutig in den Linksverkehr und gleich mitten durch Sydney. Mit unserem gemütlichen grünen Camper fuhren wir gen Norden. Die erste Station sollte das Weinanbaugebiet Hunter Valley sein. Hier probierten wir uns durch einige Winzereien, eine Chocolaterie, einen Feinkostladen und eine Käserei.
In Port Stephens suchten wir Koalas in ihrem natürlichen Lebensraum. Nachdem wir den ganzen Nachmittag beim Spazierengehen die Augen offen gehalten hatten, entdeckten wir doch noch einen. Hoch oben im Baum saß ein schlafender Koala.
Mit vielen kurzen Stopps und spontanen Umwegen zogen wir weiter nach Norden. In den Touristeninformationen holten wir uns Hinweise zu Sehenswürdigkeiten und Stellplätzen für die Nacht abseits der teuren Campingplätze. Dabei trafen wir so einige sehr freundliche Einheimische, die uns wertvolle Tipps gaben. Mehr als einmal entschied dieser erste Eindruck darüber, ob uns ein Ort gefiel oder nicht. Nachdem wir uns nach einigen Tagen ans Camperleben gewöhnt hatten, lernten wir unseren Camper sehr zu schätzen. Wir konnten schließlich (fast) überall übernachten und mal eben am Straßenrand einen Kaffee oder unser Abendessen kochen. Außerdem gibt es überall süße Rastplätze mit schöner Aussicht und oft auch Gasgrills, die zum Verweilen und Picknicken einladen.
In Port Macquarie machten wir ein Päuschen am Strand und beobachteten in der Ferne Wale, die immer wieder aus dem Wasser sprangen. Da wir so ein Spektakel auch gerne aus der Nähe beobachten wollten, buchten wir eine Whalewatching-Tour. Wir bekamen sogar den Backpacker-Rabatt und den Tipp für den nächtlichen Stellplatz direkt vor der Tür. Am nächsten Morgen fuhren wir mit einer kleinen Gruppe hinaus aufs Meer. Nach einigem Suchen, zeigte sich ein junger Buckelwal, der immer wieder in der Nähe unseres Bootes auftauchte. Zeitweise gesellten sich ein paar Delfine dazu.
Wir besuchten das Koala Hospital mit aktuell 16 Patienten. Behandelt werden unter anderem Augeninfektionen durch Chlamydien, Blaseninfektionen und Brandwunden. Die
Dauerpatienten, die nicht mehr in die Freiheit entlassen werden können, bekommen eine ganz besondere Therapie: TENDER LOVING CARE. Ein engagierter Freiwilliger erzählte uns die persönlichen Krankengeschichten der aktuellen und einiger ehemaliger Patienten.
Im Dorrigo Nationalpark wanderten wir durch den Regenwald zu einigen Wasserfällen. Unterwegs lauschten wir den verschiedenen Vogelgesängen. Einer klang wie eine Peitsche, die durch die Luft saust.
In Ulmarra beobachten wir beim Frühstück das Bridge-to-Bridge Wasserski-Rennen zwischen Grafton und McLean. Die Stecke beträgt insgesamt etwa 100 Kilometer und es werden Geschwindigkeiten bis zu 160km/h erreicht.
In Byron Bay schlenderten wir einen Tag lang durch die Stadt und genossen das Nachtleben. Auf dem schönen Campingplatz Woody Head im Bundjalung Nationalpark verbrachten wir einen entspannten Tag am Strand und mit einem ausgiebigen Picknick.
In der Hippie-Stadt Nimbin faszinierte uns am meisten die Kerzengießerei. Der Ort an sich war zwar hübsch bunt, aber neben Souvenirläden gab es nicht viel mehr zu sehen.
Wir fuhren auf den Holperstrassen durch den Border Ranges Nationalpark und genossen die vielen schönen Aussichten auf das Tal und den Vulkan Mount Warning. Unterwegs begegnete uns ein Schnabeligel. Er lies sich kaum von mir stören, blieb ein paar Mal stehen, aber tapste dann auf seinen dicken Pfötchen an mir vorbei.
Nachdem wir nun schon seit einer ganzen Weile unterwegs waren, sahen wir auf der kurvigen Strasse zum Lamington Nationalpark endlich die ersten Kängurus.
Hinter jeder Ecke warteten noch mehr auf uns. Sie standen am Strassenrand und beobachteten uns neugierig. Einige hüpfen verschreckt davon, andere starrten uns ebenso neugierig an wie wir sie. Nach einer kurvigen Anfahrt mit zum Glück nicht viel Gegenverkehr, wanderten wir auf einer Hängebrücke durch die Baumwipfel und durch einen verwunschenen Wald zu den Morgan Falls. Unterwegs gab es viele Würgefeigen zu sehen. Sie umschließen den Opferbaum bis dieser allmählich abstirbt. Dieses Unterfangen kann bis zu 200 Jahre dauern.
Wir warfen nur einem kurzen Blick auf die Gold Coast. Surfers Paradise mit seinen Hochhäusern und Shopping Malls war ein rechter Kulturschock. Da die Gegend wenig camperfreundlich ist und das Wetter auch nicht zu einem Strandtag einlud, machten wir uns schnell wieder auf den Weg.